Teil eines Werkes 
1 (1828) Oekonomisches Tagebuch für die Jahre 1799-1819 : nebst einer vorläufigen kurzen Geschichte und Darstellung der Rochsburgischen Wirthschaften, und des ökonomischen Lebens und Wirkens des Hrn. Verfassers im Allgemeinen, vom Herausgeber; und einem Portrait des Erstern in Steindruck
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ker's 8.

nants daxfe en n s be⸗

des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 11

Schaͤferei, bei ihren nach Rochsburg gemachten Reiſen und dort angeſtellten Beſuchen,(deren es faſt taͤglich welche im Sommer beſonders gab,) beſichtiget und ihn ſelbſt kennen gelernt, und durch muͤndliche, oder ſpaͤterhin, nach dem Verluſt ſeines Gehoͤrs, durch ſchriftliche Unterhaltung mit ihm, der er ſich ſo gern hin gab, aus dem uͤberreichen Schatz ſeiner oͤkonomiſchen Kenntniſſe gern geſchoͤpft hatten, die von ihm gewonnenen Anſichten, Urtheile und Erfahrungen uͤber landwirthſchaftliche Gegenſtaͤnde gebracht, und verpflanzt hat, ſo haben, ſage ich, Sachſen, Deutſchland, und dieſe Gegenden des Auslandes doch ſeinen hohen Ruhm als praktiſcher Landwirth fuͤr alle Zeiten begruͤndet und verbreitet!

Sein Eifer fuͤr die Landwirthſchaft und ſeine perſoͤnliche Thaͤtigkeit in ihrer Fuͤhrung und Beaufſichtigung, wie ich ihn kannte, konnten wirklich nicht groͤßer gefunden werden. Ob er gleich ſtets einen eignen Oekonomie⸗Inſpector, und vom Jahr 1816 an, wo er alleiniger Beſitzer der Herrſchaft Rochsburg wurde, ſogar zwei Oekonomie⸗Inſpectoren hatte, ſo ordnete er dennoch alle wirthſchaftlichen Arbeiten fuͤr jeden Tag ſelbſt an; und auf den verſchiedenen Hoͤfen ſelbſt waren uͤberall nur Voͤgte aus dem Bauerſtande, die unter der Oberaufſicht des Inſpectors die Aus⸗ fuͤhrung der angeordneten Arbeiten und Geſſchaͤfte ſelbſt beſorgten. Allein der Graf ſuchte dann ſeine Arbeiter auch ſelbſt jeden Tag auf, die er zum Theil auch ſchon aus den Zimmern des Schloſſes beobachten konnte, und zwar machte er alle Touren in der Wirth ſchaft, wenigſtens in der erſten Zeit, zu Fuß, und brachte 4 5, auch 6 Stunden des Vormittags und Morgens, und auch einige Stunden des Nachmittags in der Wirthſchaft zu, be⸗ ſonders aber in den, ihm ſtets ſehr lieben und am Herzen liegenden, Schafſtaͤllen, bei ſeinen ihm ſo lieben Schafen, deren Pfleger er ſich auch meiſtentheils ſelbſt zuzog, indem er die meiſt ſuperklugen gelernten Schaͤfer nicht ſehr liebte. Ueberall wurde ſtreng auf gute Ordnung, Puͤnktlichkeit und ſorgſame Arbeit gehalten, und ſelbſt die Frohnarbeit habe ich dort meiſt ſehr achtſam verrichten ſehen. Er ging dabei gern ſehr freundlich mit ſeinen Leuten um, und be

handelte ſie ſehr milde, ermunterte ſie auch durch kleine Geſchenke

zu guter, fleißiger Arbeit. Seine Inſpectoren beſonders fanden an ihm einen nicht nur billigen und gerechten, ſondern auch ſehr