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verhindert lange Zeit das regelmaͤßige Fließen des Waſſers und ſomit die Bewaͤſſerung.
Im Fruͤhlinge hat der Rieſelwirth weniger die bewaͤſ⸗ ſerte Wieſe, deſto mehr jedoch die Daͤmme, welche nicht bewaͤſ⸗ ſert werden, im Auge zu behalten, damit nicht etwa ein Maul⸗ wurf u. ſ. w. dieſelben durchloͤchert und ſpaͤterhin dadurch Durch⸗ bruͤche des Waſſers entſtehen. Da der Raum dieſer Daͤmme beſchraͤnkt iſt und die Wieſe rein von dieſem Ungeziefer wegen des Waſſers bleibt, ſo ſind es mitunter nur einzelne ſolcher Subjecte, welche ſich einfinden. Da jedoch die Daͤmme auf beiden Seiten von Waſſer umgeben ſind, und dieſe Thiere nur auf den Daͤmmen ihr Unweſen treiben koͤnnen, ſo ſind ſie durch gewoͤhnliche Fallen ſehr leicht zu vertreiben.
Im Sommer muß beſonders die Wieſe in der Erntezeit gut behandelt werden. Hauptſaͤchlich erfordert die jedesmalige Maht eine beſondere Aufſicht, und zwar, daß erſtens gut und tief, und zweitens der Laͤnge nach im Heu und quer uͤber die Ruͤcken in Grummet gemaͤht wird oder entgegenge⸗ ſetzt. Nie duͤrfen zwei Ernten in ein und derſelben Richtung gemaͤht werden. Es iſt unvermeidlich, daß nicht hier und da kleine Kaͤmme ſtehen bleiben, wird nun z. B. ſtets nach der Laͤnge der Ruͤcken das Gras abgehauen, ſo wird in wenig Jah⸗ ren in der Mitte der Ruͤckenſeite eine Erhoͤhung entſtehen, weil hier durch den Kamm das Rieſelwaſſer mehr Widerſtand findet und mehr Duͤngung ablagert.
Ebenſo iſt auch hauptſaͤchlich Obacht auf das Abfahren des Futters zu nehmen. Obgleich nun manche Schriftſteller das Befahren der Waͤſſerungswieſe widerrathen, ſo habe ich mich nie daran gekehrt, denn man bedenke nur, wenn man den guten Rath befolgte und das Futter in Tuͤchern hinwegſchaffen wollte, wie viel Feld muͤßte alljaͤhrlich zum Flachsbau verwendet werden,


