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Der praktische Rieselwirth : Anleitung, natürliche Wiesen durch Bewässerung in ihrem Ertrage zu erhöhen und unfruchtbare Ländereien durch Wasser in fruchtbare Wiesen umzuschaffen ; nach eigenen Erfahrungen / von G. C. Patzig
Entstehung
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Ein gutes Waſſer, welches durch fruchtbare Felder und Auen geht, ſetzt oftmals jaͤhrlich ½ bis ½ Zoll duͤngenden Schlick ab. Es iſt dem reinſten Waſſer, welches ſich dem Auge kry⸗ ſtallhell darſtellt, dieſe duͤngende Ablagerung nicht abzuſprechen. Es laͤßt ſich der in dem Fache Unerfahrne oftmals ſehr durch das Auge taͤuſchen, und glaubt, je truͤber das Waſſer, deſto groͤßer die Duͤngtheile; aber dieſe irrige Meinung fuhrt biswei— len den Rieſelwirth auf die groͤßten Abwege, denn die truͤbe, lehmige Farbe des Waſſers iſt nicht jedesmal Zeichen von gro— ßem Gehalte an Duͤngtheilen, ſondern es iſt meiſt blos erdige Miſchung, welche dem Waſſer durch momentane Verhaͤltniſſe zugefuͤhrt iſt, und oftmals der Wieſe ſchadet, wenn ſie mit ſol— chem Waſſer bewaͤſſert wird, da hingegen fuͤr Sandlaͤndereien, wo erſt Gras erzeugt werden ſoll, ſolches Waſſer von vorzuͤg— lichem Nutzen iſt; es bildet ſich durch dieſen erdigen Niederſchlag eher Humus— ich habe die Erfahrung gemacht, daß ein ſol— ches Waſſer bei einer 4— 6taͤgigen Anwendung ½ Zoll Schlick zuruͤck ließ.— Da nun ein jedes in der Natur vorkommende Waſſer Schlick ablagert, ſo erklaͤrt es ſich ſehr leicht, daß durch eine ſachverſtaͤndige Bewaͤſſerung der ſterilſte Sand in einigen Jahren in den humusreichſten Boden umgeſchaffen werden kann, da in einer ſolchen Zeitperiode dem Sande mehrere Zoll des beſten humoſen Bodens beigemengt und aufgefuͤhrt wird.

Was befoͤrdert beſonders die Ablagerung der duͤn⸗ genden Beſtandtheile? §. 28.

Soll die Ablagerung des duͤngenden Schlicks in dem Grade erfolgen, als es fuͤr die Pflanzen erforderlich iſt, ſo muß das Waſſer hauptſaͤchlich Widerſtand finden, oder ſtille ſtehen, da jedoch das Letztere nur bei der Ueberſtauung, nie aber bei