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Der praktische Rieselwirth : Anleitung, natürliche Wiesen durch Bewässerung in ihrem Ertrage zu erhöhen und unfruchtbare Ländereien durch Wasser in fruchtbare Wiesen umzuschaffen ; nach eigenen Erfahrungen / von G. C. Patzig
Entstehung
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den. Jeder Graskeim bedarf zum Aufgehen Feuchtigkeit und Waͤrme, dies kann im Sandboden ohne Bewaͤſſerung in dem Grade, als zum Keimungsproceß noͤthig iſt, nicht hervor⸗ gebracht werden, indem derſelbe immer eine zu große Neigung zur Trockenheit ausuͤbt. Wie leicht einzuſehen iſt, muß eine jede Bewaͤſſerungsanlage, ſoll ſie allen Regeln der Bewaͤſſerung im vollkommenen Grade entſpre⸗ chen, ohne Waſſerzufluß der groͤßten, nur denk⸗ barſten Trockenheit ausgeſetzt werden koͤnnen. Saͤet man nun eine Sandflaͤche mit Graͤſern an, ſo kann man er⸗ ſtens nach dem Grundſatze des§. 13 und zweitens wegen Hinwegſchwemmung des ausgeſtreuten Grasſaamens nicht waͤſ⸗ ſern. Die Trockenheit nimmt uͤberhand und kein Keimchen wird ſich blicken laſſen, der Saamen deshalb weggeworfen ſein. Es diene hier eine meiner Erfahrungen zum Beweis:

Im Jahre 1836 wurde verſuchsweiſe eine kleine ſterile Sandflaͤche von 100R. Rheinl.*) in Ruͤckenbau umgeſchaffen, die Lage war feucht, wurde jedoch durch die Formation der Ruͤcken ganz trocken. Es war der Grundſatz, dieſe kleine Flaͤche nicht wie die nebenliegende große Wieſe mit Raſen zu bedecken, ſondern mit Graͤſern anzuſaͤen. Alle Be⸗ und Entwaͤſſerungsrin⸗ nen wurden mit Raſen eingefaßt, um, was fuͤr vortheilhaft gehalten wurde, dieſelben mit Waſſer anzufuͤllen und durch die ſen Aufſtau den Ruͤcken die noͤthige Feuchtigkeit zukommen zu laſſen. Die Flaͤche beſaͤeten wir mit:

Phleum pratense, Festuca ovina,

Hordeum pratense,

*) Alle Laͤngenmaße ſind nach Rheinlaͤndiſchen Maßen angegeben. Der Magd. Morgen 180 Rth. à 100 ◻F.