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Der praktische Rieselwirth : Anleitung, natürliche Wiesen durch Bewässerung in ihrem Ertrage zu erhöhen und unfruchtbare Ländereien durch Wasser in fruchtbare Wiesen umzuschaffen ; nach eigenen Erfahrungen / von G. C. Patzig
Entstehung
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ſtand befinden, wenn ſie die Erzeugung von Futter durch koſtſpielige Duͤngung erkaufen muͤßten? Nein! Wir fragen nun: wodurch ſind dieſe vor andern ſo beguͤnſtiget? und kommen durch die Beantwortung dieſer Frage auf den Grundſtoff alles vegetabiliſchen Daſeins. Es iſt das Waſſer. Die fruchtbarſten Gefilde werden nur durch daſſelbe geſchaffen. Die ſchoͤnſten Laͤnderſtriche finden wir an den Ufern der Fluͤſſe; obgleich hier durch Ueberſchwemmungen oftmals der Ertrag einer ganzen Ernte vernichtet wird, ſo befinden ſich doch jederzeit die Landwirthe ſolcher Gegenden immer in bluͤhenderem Wohlſtande als irgend wo, denn was die Natur in einem Jahre raubt, zahlt ſie im andern Jahre doppelt wieder. Futtermangel kennen ſolche Ge⸗ genden nicht, deshalb uͤberwinden ſie leichter eine ungluͤckliche Periode, als andere Gegenden.

Gab nun aber die Natur nicht jeder Gegend, unter jedem Himmelsſtriche, wo Landwirthſchaft getrieben, mehr oder weniger dieſes wichtige Element, das Waſſer? Wenige kennen den wah⸗ ren Werth deſſelben; ſie zuͤrnen dem kleinen, freundlichen Bach, wenn er nach einem Regenguß uͤber ſeine Ufer ſtromt und Zerſto⸗ rungen anrichtet. O der Thoren! ſind ſie nicht ſelbſt Schuld daran! Immer mehr werden die Ufer eingeengt, um einen Fuß breit Land zu gewinnen; dies iſt ſo jetzt die Art der Landwirthe, die Bäaͤche zu behandeln, anſtatt daß man ihnen ein weiteres Bett verſchaffte und dadurch allen Zerſtoͤrungen uͤberhoben ſein wuͤrde. Gluͤcklich iſt der, welcher Herr uͤber einen Bach iſt. Gluͤcklicher noch als der, deſſen Felder und Wieſen von einem Fluſſe be⸗ ſpuͤlt werden; dieſer kann den Extrag derſelben nicht mit Gewißheit beſtimmen, er weiß nicht ob eine Fluth ſeine Hoffnungen zer⸗ ſtoͤrt. Jener aber kann es, er weiß, die Zeit und Witterung mag kommen wie ſie will, ein reicher Ertrag bleibt ihm gewiß; darum werde ein jeder Landwirth, dem ſich nur irgend Gelegen⸗

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