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Der praktische Rieselwirth : Anleitung, natürliche Wiesen durch Bewässerung in ihrem Ertrage zu erhöhen und unfruchtbare Ländereien durch Wasser in fruchtbare Wiesen umzuschaffen ; nach eigenen Erfahrungen / von G. C. Patzig
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Erſter Abſchnitt.

Werth der Wieſenwirthſchaft. § 1.

Diejenigen Laͤndereien, welche in der Landwirthſchaft zur beſtaͤndi⸗ gen Erzeugung von Gras benutzt werden, nennen wir Wieſen. Ohne dieſelben iſt nur unter guͤnſtigen Umſtaäͤnden und beſondern localen Verhaͤltniſſen eine Viehhaltung moͤglich; da aber ohne Letztere das Fortbeſtehen einer Wirthſchaft nicht denkbar iſt, ſo iſt auch die Erzeugung von Futter die Tendenz der ganzen Landwirthſchaft. Ob nun gleich im Einzelnen der Bedarf deſſelben auch ohne Wieſen erzielt werden kann, ſo bleibt doch immer die Erzeu⸗ gung des Futters auf dem Felde eine weit koſtſpieligere, als die der Wieſen, und kann nur fuͤr ſolche Gegenden aufgeſtellt werden, wo alle Futterkraͤuter und Graͤſer ohne beſondern Duͤn⸗ geraufwand einen bedeutenden Ertrag gewaͤhren. Die Natur hat aus ihrer ſegensreichen Fuͤlle hier und da Laͤndereien geſpendet, welche durch ihren hohen Futter-Ertrag ſowohl einzelnen Landwirthſchaften, als ganzen Provinzen Reich⸗ thum und Wohlſtand gewaͤhren. Doch wuͤrde dieſe Kraft der Erzeugung zuletzt abnehmen, wenn die Natur nicht eben ſo muͤtterlich fuͤr eine hoͤchſt wohlfeile immerwaͤhrende Er⸗ ſetzung derſelben geſorgt haͤtte. Wuͤrden alle ſolche Laͤnderſtriche, welche ihren Reichthum durch die erzeugten Produkte der Vieh⸗ haltung oder durch dieſe ſelbſt gewinnen, ſich in ſolchem Wohl 1