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hindurch welken zu laſſen, um dadurch der Faͤulniß vorzubeugen, bemerkte der Herr Amtsrath Cochius: wie von ihm die Erfahrung gemacht ſei: daß, nach⸗ dem durch Fruͤhjahrsfroͤſte die jungen Triebe der geleg— ten Kartoffeln erfroren, die zerſtuͤckelt gelegten Kar⸗ toffeln nicht wieder ausgeſchlagen ſeien, wohl aber die ganz gelegten Kartoffeln neue Triebe entwickelt und ge— ringen Verluſt bei der Erndte gegeben haͤtten.
Hiernaͤchſt trug ein Mitglied von der Inſel Ruͤ⸗ gen vor: daß es nur immer die kleinen Kartoffeln ge⸗ legt und niemals uͤber den Ertrag unzufrieden zu ſein Urſach gehabt habe, indem dieſer im Durchſchnitte auf 3 Wiespel gekommen ſei.
Der Herr Direktor Gebel ſprach ſich ſodann da⸗ hin aus; daß ſeiner Erfahrung nach, bei kleinen Kar— toffeln die erſte Entwickelung der Pflanze ſchwaͤcher, und bei unguͤnſtiger Witterung der Erndteertrag davon mehr gefaͤhrdet ſei, als wenn große Kartoffeln gelegt wor⸗
den, indem auch bei dieſem Gewaͤchſe der vollkom⸗
menſte Saamen die reichſte Erndte liefere.“ Herr Oberamtmann Jacobs erklaͤrte endlich noch: daß mehrjaͤhrige Erfahrungen, geſtuͤtzt auf comparative Verſuche, ihm die Gewißheit gegeben haͤtten: daß Platten einen circa 16 Procent geringeren Er— trag gaͤben, als ganz gelegte Kartoffeln.
Nachdem die Debatte uͤber dieſen Gegenſtand ge— ſchloſſen worden, trug Herr Amtmann Schultze aus Stolzenburg ſein Verfahren bei Bereitung des gruͤnen Malzes und namentlich des ſogenannten Pelzmalzes vor.
Die Gerſte wird, nachdem ſie die erforderliche Zeit im Quellbottig gelegen hat, aus demſelben heraus und in Haufen gebracht, in welchen ſie liegen bleibt, bis ſich der Keim durchgehends zu zeigen anfaͤngt. Nach


