Hiernaͤchſt trug Herr Oberamtmann Weyhe aus dem Halberſtaͤdtiſchen in gedraͤngter Kuͤrze die Entſte⸗ hungsgeſchichte der Brennerei vor; ging von der Fa⸗ brikation des Brandtweines aus Getraide uͤber auf die— jenige aus Kartoffeln; beruͤhrte alsdann die Anwen⸗ dung des Dampfes dabei; und ſchloß damit: daß es bei der Bereitung des Spiritus aus Kartoffeln vorzugs⸗ weiſe auf drei Punkte ankomme, naͤmlich:
1. auf Erzielung von Kartoffeln mit dem groͤßeſtmoͤ⸗ lichſten Staͤrkegehalte;
2. auf groͤßtmoͤglichſte Verkleinerung der gedaͤmpften Kartoffeln fuͤr die Einmalſchung; und
3. auf Herbeifuͤhrung der beſten weinigen Gaͤhrung.
In Bezug auf den erſten Gegenſtand hatte Herr Zenker, Beſitzer eines in der Mark belegenen Ritter— gutes mit lehmigem Sandboden, die Guͤte ſein Ver⸗ fahren Behufs Erzielung der Kartoffeln der Verſamm⸗ lung mitzutheilen.
Derſelbe pfluͤgt das zu Kartoffeln beſtimmte Land im Herbſte, bringt im Winter den Duͤnger darauf, und pfluͤgt im Fruͤhjahre die Kartoffeln nach gehoͤriger Vorbereitung des Ackers ſo zeitig als moͤglich ein. An— faͤnglich hat derſelbe die zur Saat beſtimmten Kartoffeln ſo zertheilt, daß an jedem Stuͤcke 3 Augen geblieben, und dann dieſe Stuͤcken ausgelegt. Derſelbe iſt aber von dem Zerkleinern der Saamenkartoffeln abgegangen, weil er die Ueberzeugung gewonnen, daß daſſelbe auf die Hoͤhe des Erndte⸗Ertrages einen nachtheiligen Ein— fluß geaͤußert hat.—
Herr v. Koͤller bemerkt hierzu, daß dieſes Re— ſultat ſich auch bei ihm in Pommern und namentlich bei duͤrrer Witterung ergeben habe.


