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Ueber den gegenwärtigen Stand der Merinos-Schaaf-Zucht ... besonders in Europa : nebst einer kurzen Darstellung des gegenwärtigen Ganges des Woll-Handels / von J. Ph. Wagner
Entstehung
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110 XX. Bedingungen der beſten Nutzung

er nach einigen Jahren daſſelbe Verhaͤltniß ſehwelich wieder finden.

Angeborne Schwaͤchlichkeit und kaͤrglicher Unterhalt machen das Thier weit weniger empfaͤnglich fuͤr weniger verdauliche oder ungewoͤhnliche Nahrung, aber empfind licher gegen naſſe Weide und Kaͤlte, es mag von ge⸗ meiner Art oder hoch veredelt ſein. In dieſen Faͤllen iſt auch die Sterblichkeit in den Heerden groͤßer. Nach baren, deren Schaafzucht in aͤhnlichen Verhaͤltniſſen ſteht, uͤbrigens in der Kraͤftigkeit der Thiere und dem Unterhalt von einander verſchieden iſt, koͤnnen nach dem Eintritt widerwaͤrtiger Faͤlle am erſten Beobachtungen daruͤber anſtellen, unter was fuͤr Umſtaͤnden die eine Heerde vor der andern weniger gelitten hat.

Schwaͤche gebiert wieder Schwaͤche. Bei einer ſchwierigen Aufzucht, wo der groͤßere Theil des Zuwach⸗ ſes immer wieder zu Grunde geht, beſtehen die Haupt Heerden groͤßtentheils aus aͤlteren Individuen, welche ſich vor den uͤbrigen gleichzeitigen durch einen feſteren Koͤrperbau ausgezeichnet haben. Indem ſie aber ſo lange benutzt werden als es gehen will, ſo iſt eine ſolche Heerde allen Unbequemlichkeiten und Beduͤrfniſſen in Bezug auf Ernaͤhrung und Pflege beim Lammen und Saͤugen unterworfen, und die Mutterheerde bringt in dieſem Falle trotz ihrer angebornen Ausdauer dennoch Schwaͤchlinge zur Welt, und laͤßt keine Ueberzahl ent ſtehen. Dadurch faͤllt aber die Nutzung enier Heerde um ſo geringer aus. Was eine richtige Stellung der Kopfzahl zur Nahrung thut, zeigt folgendes einfache Beiſpiel. Die eine Heerde zaͤhlt 1000 Koͤpfe, und dar⸗ unter 300 Mutterſchaafe. Bei einem kaͤrglichen Unter⸗ halt werden jaͤhrlich 1500 Pfd. Wolle und 100 Ueber⸗ zaͤhlige gewonnen. Die andere Heerde enthaͤlt nur 700