98 XVI. Ueber die moͤgliche Verſchwindung
ſie eine Raſſe unterdruͤcken half, welche den beſten Heer⸗ den des Landes einen fruͤhzeitigen Untorgan haͤtte be⸗ reiten koͤnnen.
Eine andere Urſache der verfehlten Eigenſchaften der Zuchtthiere lag in der fruͤhzeitigen Auswahl der Stammboͤcke ſchon als Laͤmmer, die oft von den unwiſ— ſendſten Menſchen getroffen wurde, worauf alle anderen maͤnnlichen Geſchlechts ſogleich auf immer unbrauchbar gemacht wurden. Dieſen Modus behielt man hin und wieder noch bei, als man ſchon die Koſten der jaͤhrlichen Sortirung der Heerden anwandte.
Außer dieſen Mißgriffen in der Wahl der Zucht⸗ thiere gab es aber auch andere davon unabhaͤngige Ur⸗ ſachen, welche den Woll⸗Ertrag der Heerden ſchmaͤlern mußten. Dieſe lagen in der Art, wie dieſelben gehalten und wie die Zuchtſtaͤmme benutzt wurden. Theils hatte man noch keine gehoͤrige Einrichtung der Weide getrof⸗ fen, theils reichte man den Schaafen zu wenig Nahrung oder Traͤnke oder beides zugleich. Ein ſolches Verfah— ren hatte entweder in der Verkennung ſeines eigenen
Vortheils bei beſſerem Wiſſen, oder in der Unbekannt⸗
ſchaft mit der Sache ſeinen Grund. Den hoͤchſten Woll⸗ Ertrag ſuchte man in der groͤßten Anzahl der Koͤpfe. Wie viel einem Schaaf an gewoͤhnlicher guter Heu-Nah⸗ rung zukomme, um nicht nur ſein Daſein zu friſten, ſon⸗ dern auch Wolle zu erzeugen und ein Lamm zu ernaͤh— ren, daruͤber waren lange Zeit die Meinungen noch ſehr getheilt, eben ſo wie uͤber das Verhalten der Surrogate in ihrem beſten Zuſtande. An eine moͤgliche Verſchie—
denheit in jeder Art von Futter fuͤr ſich genommen
wurde zu wenig gedacht. Die Zulage der Lammſchaafe beſtand gewoͤhnlich in einer gemiſchten Traͤnke. Dadurch werden aber die Schaafe verwoͤhnt. Reines Waſſer ſau—


