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Ueber den gegenwärtigen Stand der Merinos-Schaaf-Zucht ... besonders in Europa : nebst einer kurzen Darstellung des gegenwärtigen Ganges des Woll-Handels / von J. Ph. Wagner
Entstehung
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96 XVI. Ueber die moͤgliche Verſchwindung

In Ermangelung der geeignetſten Zucht⸗Thiere oder der Bekanntſchaft mit ihren Erforderniſſen griff man zu der bekannten Abart der Seidenſpinner, welche jedem Zuͤch ter bekannt ſind. Fuͤr den mit der Sache minderbe

kannten Leſer ſei hier bloß erwaͤhnt, daß ſo wohl von

gemeinen Schaafen, als von Merinos oder ihren Ab⸗ koͤmmlingen oft Schwaͤchlinge entſtehen, deren Zartheit des Koͤrpers mit der uͤbrigen Raſſe gar keinen Vergleich aushaͤlt. Bei den Merinos geben die Ewachſenen die ſer Abart oft nur ½ Pfd., und wenn es hoch koͤmmt Pfd. der allerfeinſten und zarteſten Wolle, welche noch die Lamm-Wolle ihrer Raſſe uͤbertrifft. Bei dieſer Wolle fanden die Sortimentshaͤndler faſt ein noch groͤ ßeres Intereſſe als die Fabrikanten ſelbſt, indem jene die hoͤheren Sortimente damit ausſchmuͤckten, und durch ihre Empfehlungen auch viel zur Verbreitung dieſer Raſſe oder vielmehr Abart beitrugen. Allein dieſe Wolle wurde den Produzenten nicht ſo bezahlt, daß ſie ihre Rechnung dabei haͤtten finden koͤnnen. Waͤre dies aber auch der Fall geweſen, ſo ſtanden doch der Haltung und Fortzucht ſolcher Schwaͤchlinge zu viele Hinderniſſe im Wege. Sie ſind naͤmlich gegen Nahrungs-Mittel und aͤußere Eindruͤcke ſehr empfindlich, zur Fortpflanzung wenig geeignet und fuͤr alle Arten von Krankheiten am erſten disponirt. Kaum daß ſie bei etwas magerem Fut ter ihr Leben friſten, und im Laufe deſſelben drei geſunde Laͤmmer zur Welt bringen, welche die Kraͤftigkeii der Mutter haben. Selten iſt es, wenn das erſte und letzte Lamm ohne Ammen fortkommen. Ihre Lebens-Dauer iſt kurz und zum Fettmachen taugen ſie gar nicht. Merk wuͤrdig iſt es, daß ſie oft von Stamm-Eltern erſcheinen, welche aͤußerlich nicht das geringſte Merkmahl einer ſol chen Abartung an ſich tragen. Die Kaufleute empfah