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62 XII. Die nunmehrigen Grundſaͤtze u. Erfahrungen
Im Vorwinter bis gegen die Lammzeit hin wird das mindernahrhafte und leichter vergaͤngliche Futter und Stroh zuerſt verbraucht, doch nicht ohne alle Ver⸗ bindung mit beſſerem Futter, um ſowohl den Zuſtand der Schaafe als den der Wolle gleichmaͤß g zu unterhalten. So dienen z. B. Kartoffeln dem mindernahrhaften Fut— ter zum Gegengewicht.
Aus den fruͤher angegebenen Gruͤnden darf aber kein Surrogat vom Klee an bis zur Kartoffel, und eben ſo wenig die magerſten Stroh-Arten eine Zeit lang hin— durch unvermiſcht am allerwenigſten den Lammſchaafen gegeben werden. Als die beſten Verhaͤltniſſe haben ſich folgende Verbindungen zum beſtaͤndigen Wechſel im Laufe des Tages bewaͤhrt: 1 Theil Wieſenheu neben 1 Theil Kleehen; 2 Theile Kartoffeln neben einem Theil Heu; und beim Stroh: 1 Theil Stengelſtroh neben 1 Theil gutem Stroh, ſo daß dieſe verſchiedenen Beſtandtheile im Laufe des Tages abwechſelnd vorkommen.
Die Erfahrungen in der Fuͤtterung liegen uns zwar naͤher, als die in der Zutheilung der Weide. Bei jener koͤnnen die Futtermaſſen beſtimmt, die Wirkungen ſchnel— ler beobachtet, und ihre Ordnungsfolge und Vielheits⸗ Verhaͤltniſſe eher regulirt werden. Demungeachtet herrſcht in den Angaben des Bedarfs an trocknem Futter ein eben ſo weitlaͤuftiger Spielraum, wie in den Angaben des Weidebedarfs. Der eine Verfaſſer hat ſeine große Raſſe, oder ſein mittelmaͤßiges Futter vor Augen, der andere ſeine kleinere Raſſe oder ſein vorzuͤgliches Futter; noch andere geben Wechſelfaͤlle an, als welche noch erſt zu verſuchen waͤren, obgleich ſie eigene Heerden halten, und ſo kann der angehende Schaafzuͤchter aus allen die— ſen Angaben nur eine zweifelhafte Anwendung auf gege— bene Verhaͤltniſſe machen. Die Erfahrung hat ſich in—


