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Ueber den gegenwärtigen Stand der Merinos-Schaaf-Zucht ... besonders in Europa : nebst einer kurzen Darstellung des gegenwärtigen Ganges des Woll-Handels / von J. Ph. Wagner
Entstehung
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10 III. Anfang meiner Schaaf⸗Sortirung.

Wolle im Allgemeinen, und der Merinos-Wolle insbe⸗ ſondere, als man bis dahin kannte.

Als ich mich im Jahr 1816 entſchloß, die Muſte⸗ rung der Schaaf⸗Heerden zum Zweck ihrer Verbeſſerung zu meinem Berufsgeſchaͤft zu machen, fand ich die erſte Gelegenheit dazu bei dem Herrn Staatsrath Thaer auf Moͤglin und zu Frankenfelde in der Koͤniglichen Stamm⸗ Schaͤferei.

Mit der Schaaf⸗ und Wollzucht gaͤnzlich unbekannt, und ohne alle Anleitung daruͤber konnte ich mich nur an diejenige Kenntniß halten, welche ich von den Eigen ſchaften der Wolle im gewaſchenen Zuſtande hatte.

Das naͤchſte Haupt⸗Augenmerk, welches ich mir da⸗ mals noch bei der Unterſuchung der Heerden vorſetzen konnte, war die Aufhebung ihrer Ungleichartigkeit. Zu dem Ende wurden die Schaafe nach Verſchiedenheit der Feinheits-Grade der Wolle, ſo weit ſich dieſe erkennen ließen, unter Beruͤckſichtigung der Gleichartigkeit der Vließe, in Klaſſen gebracht.

Die Anzahl der Wollſortimente im Handel war nicht allenthalben gleich, folglich auch ihre Benennungen ſehr relativ. Waͤre dies aber auch nicht der Fall ge⸗ weſen, ſo konnte doch fuͤr die Zucht keine groͤßere An⸗ zahl von Schaafklaſſen, als 4, in Anwendung gebracht werden, wenn ſich eine jede derſelben von der andern nach feſten Merkmalen noch unterſcheiden ſollte. Bei einem gleichartigeren Vließe entſchied die mehr ſich annaͤhernde oder entfernende Beſchaffenheit der aͤußerſten Theile uͤber die erſte und zweite Klaſſe, und bei ungleichartigeren Vkießen beſtimmte das Vorhanden⸗ oder Nichtvorhanden⸗ ſein einer gleichartigen Wolle auf der vorderen Haͤlfte des Koͤrpers die dritte oder vierte Klaſſe.