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Fragmentarische Nachrichten über die landwirthschaftlichen Verhältnisse der Rittergüter Sahlis, Rüdigsdorf und Neuhof, nebst Zubehörungen / [von Wilhelm Crusius]
Entstehung
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Arbeitskräfte. a) Geſpanne und deren Arbeit.

Die Geſpannarbeiten werden theils mit Pferden, theils mit Ochſen verrichtet. Zur Zeit ſind dazu vorhanden 8 Paar Pferde in Sahlis, 4 Paar in Ruͤdigsdorf, dort im Fruͤhjahr 4, im Herbſte 6 Paar Ochſen, hier 23 Paar dergleichen. Die das ganze Jahr hindurch erforderlichen Fuhren machen es noth wendig, ſo viel Pferde zu halten, ſonſt wuͤrde es vielleicht vortheilhafter ſein, an deren Stelle mehr Zugochſen zu brauchen, da hier bei den bergigen, zum Theil ſteilen Feldern und dem ſchweren Boden von den Pferden kaum um die Haͤlfte mehr Arbeit verlangt werden kann, als von den Ochſen, und daher die Feldarbeiten mit letztern wohlfeiler zu ſtehen kommen duͤrften.

Außer den Baufuhren ſind fuͤr die Brauerei jaͤhrlich circa 400 Fuhren Torf aus dem Altenburgiſchen anzufahren und ſehr viele Bierfuhren zu leiſten; ebenſo erfordert die Ziegelei 90 120 Torf⸗ und circa 60 Kalkſteinfuhren. Fuͤr die Wirthſchaft ſind ferner Holz und Torf herbeizuſchaffen und endlich iſt das Ausbringen des Duͤngers faſt lediglich durch Pferdegeſpanne zu bewirken. Zu Anfang des Jahres wird bei Froſtwetter Compoſt auf Wieſen gefahren und, wenn es die Zeit erlaubt, das Erdefahren betrieben. Letztgenannte Arbeit kommt uͤberhaupt das ganze Jahr hindurch bei paſſender Zeit und Witterung vor. Die abhaͤngige Lage der Felder iſt Urſache, daß der Regen von den Hoͤhen Land abſchwemmt, welches wieder aufzufahren iſt. Man wendet dazu bei groͤßern Entfernungen Schuͤtt- oder Kippkarren, in der Naͤhe ſogenannte Erd⸗ ſchaufeln, Muldbreter, an. Betraͤgt die Entfernung nicht mehr als 50 Schritte, ſo ſchafft, nach angeſtellten Verſuchen, 1 eingeuͤbter Mann mit 2 Pferden und einem Muldbret in gleicher Zeit ſo viel Land weg, als 4 Mann zum Laden und Fahren mit