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Fragmentarische Nachrichten über die landwirthschaftlichen Verhältnisse der Rittergüter Sahlis, Rüdigsdorf und Neuhof, nebst Zubehörungen / [von Wilhelm Crusius]
Entstehung
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letzten ſind die Schafe, die von allem Vieh allein noch aus⸗ getrieben werden, hinſichtlich der Weide blos auf die zu den Guͤtern gehoͤrigen Grundſtuͤcke beſchraͤnkt.

An techniſchen Gewerben ſind mit der Bewirthſchaftung eine Brauerei und eine Ziegelbrennerei zur Zeit noch verbunden, uͤber deren Betrieb weiterhin das Naͤhere mitgetheilt werden ſoll.

Die fruͤher ebenfalls betriebene Branntweinbrennerei iſt ſeit dem Anſchluß des Koͤnigreichs Sachſen an den deutſchen Zollverein eingeſtellt worden. Ebenſo ſeit vier Jahren die vor einiger Zeit angelegte Zuckerſiederei, da ſich beim Betriebe der⸗ ſelben, weil Ruͤben nicht in ausreichender Menge zu erlangen waren und daher der Betrieb nur beſchraͤnkt ſein konnte, ein Reinertrag nicht herausſtellen wollte.

Ferner gehoͤrt noch eine Muͤhle mit einem Mahlgang und einer Malzquetſchmaſchine, ſowie eine Schmiede zum Gute. Letz⸗ tere iſt verpachtet, und dabei ſind mehrere Arbeiten, als Huf⸗ beſchlag, Ackergeraͤtharbeit in Accord gegeben, auch die unent⸗ geldliche Behandlung kranken Viehes, excl. Medicamente, dem Pachtſchmidt, der examinirter Thierarzt iſt, zur Bedingung ge macht worden.

Die vorhandenen Holzungen werfen einen hohen Ertrag ab, weil Bau- und Brennholz zu ſehr annehmlichen Preiſen leicht und ſicher Abnehmer findet.

Bodenbeſchaffenheit.

Der hieſige Boden iſt zum beiweitem groͤßten Theil ein ſchwerer, bindiger Lehmboden mit wenig durchlaſſendem Unter grund, enthaͤlt eirca 50 70 Procent Lehm und 25 35 Pro⸗ cent Sand, iſt daher nach den, Behufs der Einfuͤhrung eines

neuen Grundſteuerſyſtems aufgeſtellten Landesbonitaͤtsclaſſen,