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Ich habe gefunden, daß bey trocknem Boden ſich die Erndte dieſes Graſes jaͤhrlich betraͤchtlich vermindert und zuletzt ſogar ſehr unbedeutend wird, wenn deſſen Wurzeln ſich zu ſehr mit einander verſchlungen und den Boden ausgeſogen haben; welches ſie ſehr gern zu thun ſcheinen. Auf feuchten Wieſen iſt dieſe Wirkung nicht ſo bemerklich geweſen.*) Im ganzen genommen hat dieſes Gras eher bey mir verlohren als gewonnen.
IV. Poa trivialis. MRauhſtaͤngliches Riſpengras. Rough-Stalked Meadow-Grafſ. (zte Tafel. Kerner Taf. 253.)
So aͤhnlich auch dieſes und das vorhergehende Gras einander in ihrem Aeußern, vorzuͤglich in der Art des Bluͤhens ſind, ſo weſentlich unterſcheiden ſie ſich doch in bian uͤbrigen Eigenſchaften. Denn das weich⸗ ſtengeliche(Poa pratenſis) findet man hauptſaͤchlich auf trocknen Weiden, das rauhſtengeliche aber vorzuͤglich auf feuchten Wieſen oder an den Raͤndern naſſer Graͤben; es liebt die Feuchtigkeit und eine ruhige
bedeckte Gegend. Ob es daher gleich wenig Graͤſer
giebt, die mehr Heu geben und beſſer zur Weidung und zum Heumachen ſind, als dieſes, ſo iſt es doch ein ſehr zartes Gras, und deshalb den nachtheiligen Wuͤrkun⸗ gen der ſehr ſtrengen Kaͤlte oder düaroßen zochenbiſ
*) Gleichwohl ſagt der Verfaſſer oben, daß das Gras mehr einen trocknen Boden liebe. Soviel ich es kenne, waͤchſt es am beſten in feuchtem Boden.
Anmerk. des Herausgeb. dkonom. Samml. 6 St. B


