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Ansichten über Merinoszucht und die Verschiedenheit der Sächsischen Elektoralschaafe von der Infantado-Race sowie deren muthmaßliche Ursachen
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er ſeiner Convenienz grade entgegen handeln; wie in dem VII. Kapitel dieſer Periode gezeigt iſt⸗

Außerdem finden in der Thierſchöpfung nie oder ſei⸗ ten Mißverhaͤltniſſe in den einzelnen Theilen ſtatt, wie wir bey den Thieren, die in der Wildniß leben, deutlich wahrnehmen. Sie unterſcheiden ſich nur durch das ver⸗ ſchiedene Alter, oder auch hinſichtlich der Nahrungsmittel, die ihnen die Natur der Lokalitaͤt gemaͤß, worin ſie leben, darbietet; immer aber in der verhaͤltnißmaͤßigen Ueberein⸗ ſtimmung der einzelnen Theile. Ungewoͤhnliche Abwei⸗ chung derſelben oder Naturſpiele in der Nachzucht, die man bey den Nutzthieren wahrnimmt, zeigen ſich eben⸗ falls bey jenen nie, die nur eine Folge der menſchlichen Kuͤnſteleien ſind; indem die Natur von dem, ihr von den Menſchen aufgedrungenen Zwange abſpriugt.

Es iſt anzunehmen, daß die Natur bey der Bildung und Fortpflanzung der Haus⸗ und Nuttthiere nach denſel⸗ ben Geſetzen, wie bey derjenigen der wilden Thiere ope⸗ rirt. Der Menſch kann durch ſeine Einwirkung ihrem Wege eine andere Nichtung geben; aber oft nicht auf eine willkuͤhrliche Weiſe, ſondern nur unter beſondern Be⸗ dingungen; ſo z. B. kann wohl jedes Infantadoſchaaf in der Nachzucht durch die Paarung mit einem Elektoralſtaͤhr in dieſe Race umgewandelt werden; aber unter der beſon⸗ dern Bedingung: daß die Futterung dabey beruͤckſichtigt wird. Geſchieht dieß nicht, ſo wird man ſeinen Zweck nicht vollkommen erreichen. Eine Lokalitaͤt, die einer Heerde Schaafe Nahrung anbietet, die voluminoͤs, aber nicht beſonders kraͤftig iſt, wird ſogar jede Race mit der Zeit in Infantados umwandeln, wenn es auch nicht die Abſicht des Beſitzers iſt. Wenn ſie vorher dem Elektoral⸗ ſtamme angehoͤrte, ſo wird, wenn ſich die Geſtalten jener Race naͤhern, der Wollwuchs uͤppiger, dichter, kerniger