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Ansichten über Merinoszucht und die Verschiedenheit der Sächsischen Elektoralschaafe von der Infantado-Race sowie deren muthmaßliche Ursachen
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unterſcheiden. Kurz ſie wieſen ſich nur noch durch die dicknaſigen, breitruͤckigen Geſtalten, burch ndie Kodder und Bewachſenheit der Extremitaͤten, als Infantados aus. Letztere ſchien mir ſogar nicht mehr in ſo hoͤhem Grade vorhanden zu ſeyn. Auch glaubte ich die fruͤhere Dicht⸗ heit der Vließe zu vermiſſen; indeſſen erſchienen dieſe viel⸗ leicht nur deshalb lockerer, weil der klebrige Fettſchweiß nicht darin vorhanden war. 1

um Vergleichungen mit Wolle von ihnen, wie ſie jetzt trugen, mit ſolcher von ihren Blutsverwandten in ihrer Heimath(wohin mich mein Weg fuͤhrte), anſtel⸗ len zu koͤnnen, nahm ich einige Wollmuſter davon. Ohne ein vollkommner Wollkenner zu ſeyn, mußte man den be⸗ deutenden Unterſchied erkennen, der ſich bey der Verglei⸗ chung mit letzterer ergab, und ſelbſt der Schaͤfer dieſer Schaͤferei mußte der aus Sachſen mitgebrachten Probe den Vorzug gegen die ſeinige einraͤumen. Der Unterſchied war ſo groß, daß er weiter keinen Einwand wußte deren dieſe Art Leute ſonſt eine Menge zu Tage foͤrdern als daß die Schaafe, wovon ich die Muſter haͤtte, wahrſcheinlich ſehr Wollarm waͤren. Ich ſagte ihm end⸗ lich, daß die Probe von Thieren aus ſeiner Zucht ſey,

was ihm zwar ſehr ſchmeichelhaft ſchien, aber dennoch

wollte er es nicht glauben. Er aͤußerte zwar auch die Meynung, daß die Beſchaffenheit der Weide großen Ein⸗ fluß auf die Beſchaffenheit der Wolle habe; aber in zwey

Jahren koͤnne ſie einen ſo auffallenden Unterſchied nicht

erzeugen.

Von den Nachkommen der erwaͤhnten beyden Staͤhre, die ſie in Sachſen erzeugt, konnte man mir nicht vorzei⸗ gen, indem ſie gemeinſchaftlich mit noch einigen Saͤchfi⸗ ſchen Staͤhren zu den Muͤttern gekommen waren; mit Gewißheit laͤßt ſich alſo gar nichts daruͤber ſagen. Ueber⸗

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