III. Kapitel.
Beſchaffenheit der Wolle.
Da man in dieſer, fuͤr die Schaafzucht barbariſchen, Zeitperiode noch keine Merinos kannte, auch davon nichts wiſſen mogte— welches Vorurtheil Friedrich II. von Preußen viel Geld gekoſtet haben ſoll— ſo kann man ſich denken, daß der groͤßte Theil der Deutſchen Wolle derjenigen, die man noch jetzt in Pommern haͤufig hat, gleich geweſen iſt, was man daraus ſchließen kann, daß der Centner fuͤr 12 bis 16 Thaler verkauft worden. Dieß
kuͤmmert uns zwar eigentlich nicht. Intereſſanter iſt uns
die Nachricht, daß die Saͤchſiſche Wolle ſchon damals pro Centner 35 Thaler gekoſtet. Ich habe dieſe Nachrichten aus einer Schrift von dem Amtsverwalter Fink, dama⸗ ligen Paͤchter des Petersberges. Er berichtet in derſelben, daß Magdeburger, Halberſtädter und Braunſchweiger Wol⸗ le zu dem erſt bemerkten Preis verkauft ſey. Die Schle⸗ ſiſche habe dagegen mit Sachſen gleichen Preis erhalten und er ſich deshalb von Schleſien Zuchtſtaͤhre kommen laſſen.
Daß Sachſen ſchon damals mehr wie den doppelten Preis fuͤr ſeine Wolle erhalten, wie die Magdeburger ꝛc., iſt in ſofern merkwuͤrdig, wie dadurch der Beweis gelie⸗
fert wird, daß ſich die dortige Lokalitaͤt ganz beſonders
fuͤr die feine Schaafzucht eignet. Denn da noch gar keine Spaniſchen Schaafe eingefuͤhrt waren, ſo iſt doch wohl anzunehmen, daß die Racen nicht von einander verſchieden waren; die Urſache kann alſo bloß in der Lokalitaͤt, oder was daſſelbe iſt,— in dem Futter zu ſuchen ſein. Schleſien hatte zwar nach Fink auch ſchon feine Schagfe, und es iſt zu vermuthen, feiner wie Sachſen;
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