360 Armen⸗Colonie
Coloniſten um den Preis, welchen ſie der Geſell⸗ ſchaft koſten, auf ihr Verlangen uͤberlaſſen. Hinge— gen iſt keinem Coloniſten geſtattet, Gegenſtaͤnde ſei— nes Beduͤrfniſſes, welche er in der Colonie haben kann, auſſerhalb derſelben anzukaufen. Sie duͤrfen die Colonie ohne ſpezieler ſchriftlicher Erlaubniß ſelbſt an einem Sonntag nicht verlaſſen. Hingegen iſt ih— nen geſtattet in dem Gaſthauſe der Colonie, welches keinen Coloniſten, ſondern einem Buͤrger von Steen— wyk angehoͤrt,— ſich taͤglich, und vorzuͤglich an Sonntagen zu unterhalten. Branntwein zu ſchenken iſt ſehr ſtreng verboten. Hingegen wird in den Spinn— ſaͤlen alle 14 Tage, am Sonntag, Tanzmuſik ge— ſtattet, wobei jedoch nur diejenigen erſcheinen duͤr— fen, welche ſich gut aufgefuͤhrt und fleiſſig gearbeitet haben.
Kleine polizeyliche Vergehen der Coloniſten wer— den, je nachdem ſie ſind, mik Verdienſt-Abzuͤgen oder Verweiſen geſtraft; groͤſſere oder Unfolgſamkeit ſtrafet die beſonders dafuͤr angeordnete Polizey⸗-Com⸗ miſſion zu Steenwyk mit Gefaͤngnißſtrafe oder Verweiſung auf die Omme-Schanze, wo ſie wie Straͤflinge zu unbedingter Arbeitsleiſtung angehalten werden.*)
*) Einiges ſcheint in den fruͤhern Verfuͤgungen modifizirt wor⸗ den zu ſeyn. So heißt es in der Bepalingen: das Tag⸗ lohn und jeder Verdienſt wird den Coloniſten zur Haͤlfte
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