14 Cap. 1. Von der Chemie
Nutzen zu machen, oder auch wie ſie zu verbeſſern und zu veraͤndern ſeyn, und was dergleichen mehr iſt⸗ 8. 5.
Einige ſowol von den alten als neueren Chemiſten, ſind der Meinung geweſen, daß es der im engern Verſtande ſogenennten Naturlehre vielmehr, als der Chemie zukomme, von den Elementen und Anfaͤngen der Koͤrper zureden(§. 4.); weswegen auch einige Weltweiſe, in ihren Schriften von der Naturlehre, obgedachte Materien durchgegangen ſind, die ſie doch mehr mit leeren Muthmaſſungen und angenom⸗ menen Saͤtzen, als mit Erfahrungen beſtaͤrket haben; von der Chemie hingegen, glaubten auch ſelbſt die Chemiſten, daß ſie bloß mit einigen kuͤnſtlichen Be⸗ reitungen zuthun haͤtte, die ſie aber nur vor ſonder⸗ bahr und geheimnisvoll achteten, und nichts erſprieß⸗ liches, die Natur und Beſchafſenheit der Koͤrper zu erforſchen, von ihnen erwarteten. Denn zu der Zeit machte die angewendete Chemie, oder vielmehr ein Theil derſelben, der die Arzneywiſſenſchaft und das Huͤttenweſen(Metallurgica) angieng, die ganze Che⸗ mie aus. Dahero hielten ſie auch davor, daß die Chemie und alle ihre Theile zu den Kuͤnſten und nicht zu den Wiſſenſchaften verwieſen werden muͤſten. Das letzte wolten einige nicht zugeben, und es entſtunden daher verſchiedene gelehrte Kriege.
So wie aber aus dem vorhergehenden erhellet, daß die reine Chemie ihre Wahrheiten aus eigenen Gruͤn⸗ den und Verſuchen herleitet(§. 2.); ſo iſt auch offen⸗ bar, daß ſie mit Recht eine Wiſſenſchaft genennet wer⸗ den koͤnne; die angewendete Chemie aber ſcheint unter die Kuͤnſte oder vielmehr unter die ausuͤbende Wiſſen⸗ ſchaften zu gehoͤren, wenn gleich die reine Chemie,
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dieſer ihren Urſprung zu danken hat. Denn die
Theile


