12 Cap. 1. Von der Chemie
ſen moͤgen. §. 2 Aus der kurzen Beſchreibung, die wir von der rei⸗
nen Chemie(§. 2.) und der angewendeten(§. 3.) ge⸗ geben, erhellet von ſelbſt, daß die reine Chemie groſ⸗ ſentheils eben dieſelbe ſey, welche andere die lehrende (cheoretic.) oder philoſophiſche, oder auch phyſiſche Chemie neunen; da ſie in der That eine Art der Na⸗ turlehre, in weitlaͤuftigem Verſtande genommen, iſt, wenn mir nemlich die Naturlehre auf alles, was ſich von den natuͤrlichen Koͤrpern erkennen laͤſt, ausdeh⸗ nen. Dahero enthalten die phyſiſche Schriften, ſo von einigen Aerzten vor dieſem herausgegeben wor⸗ den, vieles, ſo in dieſer Chemie ſtehen muß, als, von den Elementen der Koͤrper, ihrem Urſprunge und Zerſtoͤrung; von ihrem Verhalten gegen andere und was dergleichen mehr iſt; wie ſolches die Schriften des Hofwens, Verdries, Tauts, Scheuchzers, Vaters, Teichmeyers und anderer Naturforſcher an den Tag legen.
Hingegen komt die angewendete Chemie faſt mit der überein, die von andern die Ausuͤbende genennt wird, in welcher man einige Theile der angewendeten Chemie, beſonders was in die Materiam medicam und Apothekerkunſt einſchlaͤgt, wiewohl ſehr unordentlich und verworren abgehandelt hat; doch wiſſen wir auch daß einige Chemiſten, verſchiedene Theile der ange⸗ wendeten Chemie, beſonders durchgegangen ſind.
1. Anmerkung. Ich treffe zwiſchen der reinen Chemie und einer ͤchten Naturlehre, wie ſie beyde heutzutage ge⸗ lehret werden, folgenden Unterſcheid an: in der letzten werden die Koͤrper als ausgedehnte, maſchinenmäſige und gebaute, die Kraͤfte beſitzen, Bewegungen haben, thun und
leiden koͤnnen, betrachtet; in der erſten aber wird ſüre
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Verfaſſer, ſo er unter dem Sterngen angefuͤhret hat, le⸗
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