Es
Vorrede des Verfaſſers.
Es iſt unnoͤthig, von dem Nutzen, den die Chemie in der Haushaltungskunſt, in der Metallurgie, Arzney⸗ und in andern Wiſſen⸗ ſchaften hat, viel Worte zu machen; denn der groſſe Boerhave, dem viele nachher gefolget ſind, hat dieſe Sache voͤllig erſchoͤpfet; auch wir haben im erſten Cap. hiervon etwas bey⸗ gebracht; das aber gehet mir zu Herzen, daß viele neue Aerzte zu ſagen nicht erroͤthen, daß die Chemie einen Arzt zwar ziere, ihm aber wenig Nutzen ſchaffe. Inzwiſchen iſt jeder gelehrte Arzt voͤllig uͤberzeuget, daß weder die Urſachen der Krankheiten, noch die Kraͤfte der Arzneymittel, anders woher als aus der Mi⸗ ſchung und Zuſammenſetzung erklaͤret und be⸗ ſtimmet werden koͤnnen. Die natuͤrlichen Coͤrper nach ihrer aͤuſſerlichen Geſtalt und Bauart zu erkennen, iſt ſchoͤn und noͤthig; aber eben ſo, ja noch viel noͤthiger, ihre innere Miſchung und Natur zu begreifen; denn die Urſachen der Krankheiten und die Arzney⸗ mittel wirken nicht nach ihrer Bauart, ſon⸗ dern nach ihrer Miſchung und Beſchaffen⸗ heit. Die Arzneywiſſenſchaft hat von der Chemie ohne Zweifel mehr Nutzen gehabt, als ſie jemals von der Naturgeſchichte hoffen kann. Denn dieſe dienet meiſtens nur zur Empyrie.
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