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Der Monte-Rosa : eine topographische und naturhistorische Skizze : nebst einem Anhange der von Herrn Zumstein gemachten Reisen zur Ersteigung seiner Gipfel ; mit einer topographischen Karte und mehreren Steinabdrücken / Ludwig von Welden
Entstehung
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Der Gesichtskreis an diesem ganz heiteren Tage war aufserordentlich schön, er dehnte sich über die Alpen- gebirge Savoiens und der Schweiz aus. Die Ebenen Ita- liens waren ganz mit Dunst angefüllt, selbst bis in die tiefern Spaltungen des Aosta und d’ Ossola- Thales,

Zuerst wandte ich meinen Blick nach Ost- Nordost hin. Tausende von Gipfeln, mit mächtigen Gletschern ein- gefalst, entwickelten sich einer hinter dem andern. Wie Pfeiler stiegen sie aus den Schweizer, Rhätischen und Juli- schen Alpen empor, worunter ich einige sehr hohe Spit- zen bemerkte, vielleicht gar die 14,060 Fufs hohe Ortels- Spitze in Tirol.

Nordwestlich überraschten mich deutlich und klar nahe vor mir die Gebirge des Berner Oberlandes, die Jung- frau, der Finsterar und die Schreekhörner, von ungeheuern Gletschern umgeben.

Als ich mich nun umwandte, eröffnete sich eine neue Scene meinen bereits schon trunkenen Augen. In der Richtung von West-Südwest erhob sich eine Reihe von abermals tausenden von Gipfeln, und zwar die höchsten und merkwürdigsien Europas.

Zunächst zeigte sich mir die sonderbar gestaltete ganz nackte Felsennadel des Matterhorns( Mont- Cer- vin). Dieser steigt von drei Seiten ganz insolirt zak- kenartig aus einem der Matter- Gletscher hervor, an des- sen östlichem Ende der höchste Pafs der alten Welt von Zermatt im Wallis nach Val Tournanche und Aosta führt.

In der nämlichen Richtung erschien der Mont- Com- bin, und dann endlich in seiner ganzen Majestät der Mont- blanc, welcher ganz von Schnee gepanzert, über alle übri- gen gegen Himmel empor steigt, und nur allein dem Rosa den Vorrang bestreitet; weiter links der sehr hohe Mont-

Iseran, Mont-Roitor, welche beide von ungeheuern Glet-.

schern umgeben sind. Im weit entfernten Hintergrunde, über unzählige

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