vertraut genug, um uͤber eine fruͤhere Zeit, als da ſie
in den verſchiedenen Theilen der gebildeten Welt nach und nach eingefuͤhrt wurden, mit Beſtimmtheit ſprechen zu koͤnnen. Wir muͤſſen uns begnuͤgen, nur einige Umſtaͤnde
zu erwaͤhnen, welche auf ihre Verbeſſerung einen bedeu⸗
tenden Einfluß gehabt zu haben ſcheinen, in der Hoffnung, daß ein Gelehrter einmal in Zukunft die in den alten Schriftſtellern zerſtreuten Nachrichten zuſammenſiellen und die Wißbegierde des Publicums uͤber dieſen ſo intereſ⸗ ſanten Gegenſtand befriedigen wird.
Die wolltragenden Thiere waren ſehr fruͤhzeitig in den weſtlichen Theilen Aſiens verbreitet; die Zeit, wo ſie
nach Europa kamen, iſt zu entfernt, als daß ſie in die Periode der zuverlaͤſſigen Geſchichte fallen koͤnnte. Zuerſt wurden ſie wahrſcheinlich der Milch wegen, die ſelbſt noch jetzt die gewoͤhnlichſte Nahrung der meiſten Hirten⸗ voͤlker iſt, zu Hausthieren gemacht. Aber nicht lange war dieß der einzige Gegenſtand der Pflege ihres Herrn, denn er fand bald, daß ihre Felle auch ſehr geeignet ſeyn,
beſonders in feuchten und gebirgigten Gegenden, zu ſei⸗
nem Wohlbehagen ſehr weſentlich beizutragen. Bei die⸗
ſem Stand des geſellſchaftlichen Lebens ſcheinen Schafe
und Ziegen faſt gleichen Werth gehabt zu haben, und wenn irgend eins von beiden einen Vorzug genoß, ſo wurde er letzterem Thiere zu Theil.
§. 11. a) Zufall und Laune. Vielleicht war die Verbeſſerung des Vlieſſes, wie alle Fortſchritte der Menſchen in den meiſten nuͤtzlichen Kuͤnſten, weniger die Folge der Abſicht als des Zufalls,


