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Anleitung zum praktischen Wiesenbau : mit besonderer Berücksichtigung des Zustandes und der Bedürfnisse der norddeutschen Wiesenwirthschaft / entworfen von Alexander von Lengerke
Entstehung
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. 13 Wieſenbau geſchehen, wie wir denn auch Gelegenheit haben werden, im Verlaufe dieſes Werkes uns häufig auf die Arbeiten jener zu be⸗ ziehen. Treffliche Rieſelungsanlagen und bewundernswürdige Erd⸗ bekarrungen beurkunden ad ocnlos den hohen Stand auch dieſes Cultur⸗ zweiges in den größern und beſſern Wirthſchaften, ebenſo wie ein nach⸗ theiliger Schlendrian und verkehrte Hutungsgeſetze, Unkenntniß in der Benutzung der von der Natur dargebotenen Meliorationsmittel und natürlicher Stumpfſinn die bäuerliche und ſtädtiſche Wieſen⸗ und Wei⸗ dewirthſtbaſt weit unter mittelmäßig erhält. §. 20. Der Wieſenbau in Holſtein.

Wir werden annehmen können, daß beinahe der dritte Theil dieſer reich von der Natur ausgeſtatteten Provinz in ihrer cultivirten Fläche auf Wieſennutzung beſchränkt iſt. Ungemein gedeihlich iſt das Product der häufig vorkommenden Salzwieſen, in deſſen Behandlung

man ſich eine eigenthümliche Routine erworben hat. Die an Gewäſ⸗ ſern, namentlich Landſeen, reiche weſtliche Seite Holſteins hat auch die meiſten und trefflichſten ſüßen Wieſen, deren Bewäſſerungsanſtalten im Eutinſchen, ſogenannten Oldenburgiſchen, bei Preetz ꝛc. höchſt ſehenswerth und belehrend ſind. Weſtlich findet ſich vielleicht der er⸗ giebigſte Wieſenwachs an den Ufern der Stör. Das gefällwidrige, ſumpfige Alſter⸗, Trave⸗ und Beſte⸗ ꝛc. Terrain bietet faſt nur ſaure, unergiebige Plänen t dar, müiche bisher ihrem natürlichen Zuſtande überlaſſen geblieben ſiä. 21 §..

Wieſenwachs der freien Städte Hamburg, Lübeck, Bremen.

Derſelbe iſt, der meiſt ſehr niedrigen Lage der Ländereien, des Be⸗ dürfniſſes der ausgebreiteten Viehwirthſchaft und der Nähe der großen Städte wegen, ſehr bedeutend, und man darf wohl annehmen, daß über die Hälfte ſo viel Land der Heugewinnung gewidmet iſt, als un⸗ ter dem Pfluge liegt. Das Lübeckſche Landgebiet beſteht aus 10,911 Cal. M. Ackerland, 1636 C. M. Wieſen, 615 C. M. Gärten, 2038 C. M. Holzung. Die Hauptmaſſe des Wieſengrundes liegt in den Thälern der Trave und Stecknitz. Bremen beſitzt auf dem rechten We⸗ ſerufer an Wieſen und Weiden circa 38,009 Morgen, wenn nur 32,000 Morgen Acker⸗ und Gartenland, worunter noch ſehr vieles Wechſelland iſt. Das ganze linke(Marſch⸗) Ufer(29,300 Morgenh) iſt in allen niedrigen Theilen, als im Niederviehlande Wieſen⸗ und Weideland. G

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