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Vorrede zur erlten Auklage. 8
Der wirkliche Mangel einer umfaſſenden praktiſchen Anleitung zur Verbeſſerung der natürlichen Wieſen hat die nachfolgenden Blätter hervorgerufen; denn obgleich wir im Beſitze mehrer ausführlichen, wiſſenſchaftlich bearbeiteten Lehr⸗ bücher über den Grasbau ſind, ſo finden wir doch vorzugs⸗ weiſe in denſelben nur immer die ſüddeutſchen Verhältniſſe und die denſelben entſprechenden complicirteſten Culturarten berückſichtigt. Daher kam es, daß Manches darin dem nord⸗ deutſchen ausübenden Landwirthe unverſtändlich und dunkel blieb und an ſich treffliche Lehren der hieſigen Praxis wenig zum Nutzen gereichten. So auch nur läßt es ſich erklären, daß ſelbſt des trefflichen Schwerz Unterricht im erſten Bande ſeines leider noch unvollendeten claſſiſchen Werkes über den „praktiſchen Ackerbau« viel mehr ſtudirt und belobt worden iſt, als die dadurch erlangten Kenntniſſe Bethätigung fanden.
Der Leſer iſt demnach darauf vorbereitet, was er von der vorliegenden Arbeit zu erwarten hat. Jene umfangreichen Wieſenreviere mit größtentheils brennbarem Untergrunde, welche einen ſo bedeutenden Antheil des productiven Areals Holſteins und Mecklenburgs und der angränzenden Pro⸗ vinzen ausmachen, finden hier die vorzüglichſte Berückſichti⸗ gung. Die ihrer natürlichen Beſchaffenheit entſprechenden Meliorationen ſind beſonders hervorgehoben. Die Großartig⸗ keit der Arbeiten und die mitwirkenden Nebenumſtände be⸗ dingen eine, beiden entſprechende Simplicität; von die⸗ ſem Geſichtspuncte iſt man bei den verſchiedenartigſten Unter⸗ weiſungen ausgegangen.— Neben den langjährigen eigenen Beobachtungen ſind die uns bekannt gewordenen Erfahrun⸗ gen unſerer ausgezeichnetſten vaterländiſchen Wieſenwirthe
und Alles benutzt worden, was aus den Mittheilungen eines
Meyer, Plathner, Thaer, Schwerz, Sprengel, Steltzner und anderer tüchtiger Männer der Erreichung unſers Zweckes förderlich erachtet ward.


