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ich erkenne aber auch, wie ſchwer, ja äußerſt ſchwer es iſt, auf dem Wege der eigenen Erfahrung und Prüfung etwas Neues und zugleich Beſſeres zu ſchaffen.
Ich bekenne daher offen, daß, wenn es mir durch die ge— genwärtige Abhandlung gelungen ſeyn ſollte, auch nur ein ein— ziges ſicheres Zeichen zur fernern Erſteigung einer ſo erhabenen und vielſeitig verzweigten Gebirgskette auszuſtecken, ich es nur jenen Männern verdanke, welche mir mehr als den Weg zeig— ten, auf welchem man nicht wandeln ſoll, wenn man jene An— höhe erreichen will, von welcher allein die Gegenſtände klar und deutlich erſcheinen.—
Was die Art der Durchführung des Gegenſtandes anbe⸗ langt, ſo ſehe ich mich hier ſchon veranlaßt, zwei Einwendun— gen zu begegnen, die gegen die Methode gemacht werden könnten.
Dieſe Einwendungen ſind:
1. Daß ſich die Abhandlung zu ſehr in das Gebiet der
Pflanzenphyſiologie und Chemie eingelaſſen hat, und
2. daß die mathematiſche Form keine allgemeine Verſtänd⸗
lichkeit, mithin auch keine praktiſche Brauchbarkeit beſitzt.
Was die erſte Einwendung anbelangt, ſo glaube ich, daß ſie nur von Landwirthen gemacht werden kann, die noch nie über ihre eigene Beſchäftigung nachgedacht haben.
Die Landwirthſchaftslehre iſt allerdings keine Naturwiſſen— ſchaft, allein ſie iſt die Anwendung der Naturwiſſenſchaften bei der Pflanzen⸗ und Thierproduction; eine erfolgreiche Anwen⸗ dung ſetzt aber die Kenntniß der Naturgeſetze voraus, weil ſie die einzigen Waffen ſind, mit welchen allein die erhabene Na— tur bekämpft werden kann.
Sollen die Erſcheinungen, welche die Pflanzenproduction be⸗ gleiten, auf ihren letzten Grund zurückgeführt und Maßregeln für die Praxis aus denſelben abgeleitet werden, ſo kann dieß nicht anders, als durch das Anführen der Ergebniſſe der phyſiologi⸗


