334 Landwirthſchaft von Ober⸗Italien.
venezianiſchen ſowohl, als lombardiſchen Provinzen haͤufig gebauet werden, und einen weſentlichen Artikel der Nahrung für den Landmann bilden. In den Hügeln der Brianza und den Um⸗ gebungen der Seen habe ich nur ſelten wo Kaſtanienbaͤume geſe⸗ hen, und habe mich dadurch überzeugt, daß man auch da den Vor— theil dieſer Frucht noch nicht erkennt, und den Anbau dieſes wich— tigen europäiſchen Brodbaumes vernachlaſſiget. Wären die nackten Hügel von Iſtrien nur zum hundertſten Theil mit dieſem vortreffli— chen Baume bepflanzt, man würde in dieſer Provinz nicht ſo viel Elend, und ſo oft ſich wiederholende wirkliche Noth unter den klei— nen Grundbeſitzern ſehen! Zwar iſt die Cultur dieſes Baumes da nicht unbekannt, und von Lovrana am Quarneriſchen Meer— buſen kommen die berühmten Maroni, die man mit Recht als die ſüßeſten ihrer Art ſchätzt; auch erkennt man die Vortheile, die dieſe Bäume gewähren, und wuünſcht ſich welche; entſchließt ſich aber nicht ſie zu pflanzen, aus Furcht, daß ſie durch das allenthalben weidende Vieh zerſtört werden würden; was auch gewöhnlich der Fall iſt. Die heilloſe, barbariſche Weidewirthſchaft iſt das weſentlichſte, ich möchte ſagen, das einzige Hinderniß des Aufkommens irgend einer beſſern Cultur in Iſtrien, weil ſie mit dem Anbaue der perennirenden Futtergewäͤchſe und der Pflanzung fruchttragender Baume unvereinbarlich iſt.
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