Limonien⸗, Frucht⸗ und Kaſtanienbäume. 333
deren jeder 300 Früchte erträͤgt, einen rohen Geldertrag von 1680 Gulden gewahret, wovon außer den Zinſen des Anlag— Capitals, nur ſehr geringe Abzüge für die Unterhaltung des Gebaudes, und ſo zu ſagen, gar keine für Cultur in Abzug kommen. Es erklaͤrt ſich hieraus, daß man von dem Ertrage dieſes Hauſes ſehr gemächlich leben kann.
So wenig am Garda⸗ als am Comer⸗See oder dem gro⸗ ßen See wachſen dieſe Früchte im Freien, denn auf den Bor⸗ romaiſchen Inſeln, wo die Terraſſenmauern der Gärten ſammt und ſonders mit dieſen Bäumen bedeckt ſind, die man ſpalier— förmig ausbindet, werden ſie den Winter über mit Brettern ver— kleidet, und auf der unterſten Terraſſe von Iſolabella iſt ſogar eine Vorrichtung, daß man den gedeckten Raum heizen kann.— Der Winter iſt hier in der Naͤhe des Simplon, der mit ewigem Schnee bedeckt iſt, manchmal ſehr kalt, und Schnee fällt häufig in dieſen Gegenden, wenn er gleich bald wieder wegſchmilzt.
Iſtrien und Dalmazien könnte von der Anlage ſolcher Li— monienhäuſer bedeutenden Vortheil ziehen. Es wäre dieß ein Mittel für bürgerliche Familien ihr kleines Capital gut anzule— gen, und eine kleine Beſchäftigung das ganze Jahr für ſich zu haben, ohne fremder Arbeiter zu bedürfen.
Von Obſt⸗ und Kaſtanienbaumen kann ich nur wenig ſagen, denn ich ſah nur ſehr wenige dieſer Bäume. Die wenigen Obſtgärten in der Nähe der Sommerwohnungen der Grundbeſitzer ſind mit ſo wenigen und gewöhnlich ſo ſchlecht gehaltenen Obſt⸗ baͤumen beſtellt, daß es nicht der Mühe lohnt davon zu reden. Nur allein in der Umgebung von Monſelice und Arcqua ſah ich den Obſtbau mit dem Ackerbaue verbunden, denn es lauft durch die Mitte des Ackerbeetes eine Reihe von Pfirſich- oder Apfelbäumen, die zwar nichts weniger als einen beſonders ſchönen Wuchs und kraftigen Trieb gezeigt hätten, indeſſen keineswegs elend ausſahen, und auch ziemlich reichliche Früchte aufgeſetzt hatten.
Kaſtanien ſollen in den hohen Hügeln und Bergen der


