Teil eines Werkes 
1 (1831) Reise durch Ober-Italien. 1
Entstehung
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322 Landwirthſchaft von Ober-Italien.

Die geografiſche Lage der Gegend, innerhalb welcher die Olivencultur betrieben wird, iſt folgende: Längengrad,

Name des Ortes. Breitengrad. öſtlich von Paris.

RMabreſina 450 45⸗ 57% 11° 127 42% Rovigno 450 50% 110 124 42% Cherſſo 442 56⸗ 44* 120 34 60 Luſſin piecolo. 44 327 1 120 2, A2 Fiume. 450 197 50 4 120 67 22

Schon aus den Breitengraden laͤßt ſich ſchließen, daß das Land längs des Meeres eines ſehr milden Clima's ſich erfreuen müſſe; und ſo iſt es auch. Es fällt da nur aͤußerſt ſelten Schnee, und wenn ſolches geſchieht, ſo ſchmilzt er gleich wieder; die Käͤlte erreicht im Winter ſelten 5 Grade, und der heftige Nordoſt wind, der in Trieſt und Fiume während des Winters mit un glaublicher Wuth bläſt, iſt in Rovigno kaum mehr merklich.

Der Boden, auf dem die Oliven vorkommen, iſt bis zum Fluſſe Quieto ein ſandiger Mergelſchiefer, jenſeits dieſes Fluſſes ein dürrer, waſſerloſer Kalkfelſen mit einer ſeichten Schichte rother, thoniger Erde.

Ob die Olivencultur in Iſtrien im Zu- oder Abnehmen be⸗ griffen ſei, iſt mir nicht möglich zu entſcheiden. Man ſieht zwar in der Nähe von Piranogroße Strecken baumloſer Terraſſen, die in früherer Zeit mit Oliven bepflanzt waren; man ſieht aber auch eine große Menge neuer Anpflanzungen. Hält man dieſe gegeneinander, ſo iſt es wahrſcheinlicher, daß die gegen wärtige Zahl der Oliven größer iſt, als die vor 40 Jahren.

Leider ſind die Oliven in Iſtrien eben ſo krüpplig und ſchad haft, wie am Garda-See, und ich kann mich nicht erin nern einen erwachſenen Olbaum geſehen zu haben, deſſen Stamm vollkommen geſund und tadellos geweſen waͤre. Da man mir erzählt, daß in den ſüdlicheren Gegenden der Olbaum ein mehr hundertjähriges Alter erreicht, und daß der Stamm von ſechzig⸗ jährigen Baͤumen rein und geſund ſei, ſo glaube ich, daß ſich