Teil eines Werkes 
1 (1831) Reise durch Ober-Italien. 1
Entstehung
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Arbeit

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3. Mai. Venedig. 13

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3. Mai.

Pallaſt des Doge. Rathſäle. Antiquitäten⸗Sammlung. Marcus⸗Thurm. Kirche

San Salvatore. Brücke Rialto.

Der Pallaſt des Doge iſt ein alterthümlicher, mit dem ge⸗ genüberſtehenden Triumf der neuern Baukunſt: der Bibliothek, ſeltſam abſtechendes Gebäude, das zur Zierde der Stadt we ſentlich beitraͤgt, deren Hauptreiz darin beſteht, daß man hart neben einander Kirchen und Pallaͤſte nach den verſchiedenſten For men und aus allen Jahrhunderten ſieht, wodurch die Einför migkeit gehoben iſt, die uns das Beſehen der andern großen Staͤdte, Rom ausgenommen, das ſich in gleichen Verhältniſ⸗ ſen befindet, bald gleichgültig und allgemach langweilig macht. Dieſer 40ojährige Pallaſt mit ſeiner ausgezackten, das Dach verdeckenden Zinne, hat ein unanſehnliches Thor und einen ver haltnißmäßig zu kleinen Hof mit zwei ſchönen Ciſternen. Dafür iſt aber die Stiege, mit den ihr zur Seite ſtehenden halbcoloſ ſalen marmornen Figuren des Mars und Neptuns, ein Meiſter⸗ ſtück der Bau- und Bildhauerkunſt.

Ober dieſer Stiege iſt ein breiter, durch Säulen geſtützter Gang, in dem ſich die Thüren zu verſchiedenen ſtädtiſchen Am⸗ tern befinden. Die großen Säle, Conſigliograndee dello Scrutinio, ſind im zweiten Stock und werden gegenwärtig zur Aufbewahrung der Antiquitäten, Kunſtſchätze und Bücher ver⸗ wendet. Man hat einen großen Theil Canzleien aus dieſem Pal laſt wieder herausgenommen und ſie anderswo hin verlegt, um ihn ſo rein und unverſehrt als möglich, als Kunſtwerk, zu erhal⸗ ten, was mir ſehr wohl gefiel.