Vorrede. IX
Nachdem ich vom Jahre 1808 bis zum Jahre 1820 öf⸗ fentlicher Lehrer der Landwirthſchaft am Lyceum zu Klagen⸗ furt in Kärnthen geweſen war, wurde ich nach Trieſt überſetzt, um im öſterreichiſchen Küſtenlande die Grundertragsſchätzungen für den neuen Steuercataſter zu lei— ten.— Es beſteht das Gebiet dieſer Provinz aus der Halb⸗ inſel Iſtrien, den Inſeln Cherſo und Veglia, dem Karſte, der ſteinigen Gebirgsgegend zwiſchen Fiume und Görz, dem Stadtgebiete von Trieſt, den Ländern der Grafſchaften Görz und Gradisca, und dem früher vene— zianiſchen Bezirke von Monfalcone. Nach der Sprache, nach dem Clima und der Bodencultur muß dieſe Provinz zu Italien gezählt werden, in der ich neun Jahre zubrachte und die ich während dieſer Zeit mehrmals in allen Richtungen durchreiſet habe, um vermöge meines Amtes die genaueſten Nachforſchungen über den Betrieb der ortsüblichen Land— wirthſchaft anzuſtellen. Ich bin daher nicht unvorbereitet nach der Lombardie gekommen, wohin mich im Jahre 1828 Seine Majeſtät, der Kaiſer, abzuordnen geruhten, um mich daſelbſt ſowohl über die Art, wie der alte mailändiſche Cataſter zu Stande gebracht wurde, als auch über den Gang der in den vormals venezianiſchen Provinzen ſeit drei Jahren Statt habenden Cataſtral⸗Operationen zu unterrichten. Dieſer Aller⸗ höchſte Auftrag verſchaffte mir nicht allein Gelegenheit die Acten des Archiys der Steuerregulirungsbehörde(Giunta del censimento) zu Mailand zu ſtudiren, ſondern auch den größten Theil der Provinzen des lombardiſch-venezianiſchen Königreichs ſelbſt zu ſehen, um in den lombardiſchen die al— ten Schätzungen mit den örtlichen Verhältniſſen zu verglei— chen, und in den venezianiſchen den Gang der im Zuge be—


