Vorrede⸗
Onhngeachtet uͤber kein Land der Welt ſo viel geſchrieben worden iſt, wie über Italien, und ſich ausgezeichnete Schriftſteller aller Nationen in die Wette bemüht haben, nicht nur alle Gegenſtände der Kunſt und des Alterthums, die ſich in dieſem Lande vorfinden, zu erforſchen, zu beſchreiben und durch Bilder zu verſinnlichen, ſondern auch den gegen— wärtigen Zuſtand der ſittlichen Bildung der Menſchen und der politiſchen Einrichtungen in den verſchiedenen Staaten dieſes Landes zu ſchildern; ſo ermangelte doch immer noch ein Werk, das uns über den gegenwärtigen Zuſtand der Lan— descultur und jener Menſchenclaſſe, die ſich zunächſt mit dem Landbaue abgibt, gründliche, nicht bloß oberflächliche Kennt— niß ertheilte.
Wenn es aber irgend ein Land gibt, deſſen Ackerbau nä— her beſchrieben zu werden verdient, ſo iſt es ſicher Italien, wo nach den Stürmen der Völkerwanderungen und Länder⸗ verwüſtungen ſich zuerſt wieder freie geſellſchaftliche Inſtitu— tionen bildeten, in deren Gefolge der Landbau, die Gewerbe und Künſte mit den ernſten und ſchönen Wiſſenſchaften wieder aufzublühen begannen, wo die Feudalverhäͤltniſſe entweder gar nie Eingang fanden, oder ſeit Jahrhunderten ſchon wie⸗ der abgeſchafft ſind, und wo man daher um ſo mehr erwarten muß, einen ſehr vervollkommten Ackerbau anzutreffen, als


