—- 128—
ſten zugehen zu laſſen; ſie werden bis zum Richterſpruch ge— treulich bei mir aufgehoben werden. Fuͤr dieſen glaube ich drei Richter genug. Zu dieſen gehoͤren zu wollen, wird ſich hoffentlich Herr Profeſſor Liebig zu Gießen auf meine noch an ihn zu richtende Bitte bereitwillig finden laſſen. Die Wahl der beiden andern werde ich aber der naͤchſten Verſammlung deutſcher Landwirthe antragen, mit dem Wunſche jedoch, daß wenigſtens Einer von ihnen ein praktiſcher Landwirth und an— erkannter Viehzuͤchter ſein moͤchte. Neuenhof, zu Ende des Jahres 1841. Riedeſel.
Bemerkung des Herausgebers.
Der Aufſatz, worin der Herr Landmarſchall Freiherr von Riedeſel auf Neuenhof bei Eiſenach ſeine vieljaͤhrigen Erfah— rungen uͤber Fuͤtterung und Aufzucht der Kaͤlber, Behandlung der jungen Rinder und Erzeugung von Fleiſch, Fett und Milch mittheilt, wurde zuerſt in dem„amtlichen Berichte uͤber die Verſammlung deutſcher Landwirthe zu Karlsruhe; Karlsruhe, 1839“, durch den Druck veroͤffentlicht. Durch jene Mitthei— lung wurden die Lehre von der Thierzucht und die thieriſche Phyſiologie mit hoͤchſt wichtigen Beitraͤgen bereichert. Indem nun in der vorſtehenden Bekanntmachung der Herr Landmar— ſchall uͤber eine Luͤcke in ſeinem Syſteme und uͤber getaͤuſchte Erwartungen ſich offen ausſpricht, beweiſt er in ausgezeichneter Weiſe, daß dem wahrhaft gebildeten Landwirthe die Wahr⸗ heit und das oͤffentliche Wohl zu foͤrdern, mehr gilt, als der eitle Ruhm der Allwiſſenheit. Um ſo lieber habe ich dieſen Aufſatz, welchen der verehrte Herr Verfaſſer mir ſchon im vo— rigen Winter zuſchickte, in dem vorliegenden Hefte, worin vor— zuͤglich von hoͤherer und wahrhafter Bildung des Landwirths die Rede iſt, aufgenommen.
Fr. Schulze.
—


