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engliſche Verhältniſſe gar nicht berückſichtigt, auch viele deutſche Landwirthe bei ihrer Viehzucht nicht begnügen würden, ſo z. B. bei Merinos-Zucht mit nachhaltigem Zuchtviehverkauf; bei Melkviehhaltung in der Nähe großer Bevölkerung; bei Betrieb von Maſtung, welche nach Verhältniß oft weit beſſer, als nach obigem Maaßſtabe lohnt; endlich bei vervollkommneter Rindviehhaltung, die ebenfalls vortheilhaften Zuchtviehverkauf mit ſich führen kann, wovon man aber in den meiſten Verhältniſſen Deutſchlands ſich keinen ordentlichen Begriff machen mag, ungeachtet man nicht ſelten aus⸗ wärts, in der Schweiz, in Holland, England ꝛc. Zuchtvieh um hohe Preiſe holt. Es gehört aber dazu freilich eine beſſere Hal— tung des Viehs, als ſie deutſche Wirthſchaften gewöhnlich gewähren. Guter Haltung folgt gute und vortheilhafte Ausbildung des Viehs und ſeiner Eigenſchaften; dieſer folgt ein Steigen des Ertrags; dieſem wieder mehr Intereſſe für vorzüglicheres Vieh; der Land⸗ wirth bezahlt dann ſolches beſſer; die beſſern Preiſe ermuntern zu immer rationellerer Züchtung und ſo wird dann auch Rindviehzucht auf den Standpunkt gehoben, wo, wie bei Pferde- und Schaf— zucht, hauptſächlich Zuchtviehverkauf lohnt und zwar immer den⸗ jenigen am beſten, die am eheſten und rationellſten auf ſolchen Betrieb eingehen.
Zu guter Haltung des Viehs ſind jene Wirthſchaften ganz vorzugsweiſe geeignet, weil ſie bei der reichen Futtererzeugung erlauben, immer von einem Jahre in das andere einen Futter⸗ vorrath als Reſerve für Fälle der Noth, Mißwachs, mitzubringen und dadurch, wie dieß bei den Engländern der Fall, eine möglich gleichbleibende gute Fütterung des Viehſtandes ſichern, ohne was keine vollkommene Viehzucht und ſomit auch keine— in ihrem Geſammtertrage möglich vollkommene Wirthſchaft zu betreiben iſt. Bei unſern deutſchen Wirthſchaften ſtört gewöhnlich jede Ungunſt der Witterung für die Futtererzeugung das Gedeihen der Viehzucht und dadurch das der ganzen Wirthſchaft in hohem Grade.


