704 Statiſtiſche Notizen.
Das flache Land um den Lough Neagh iſt an vielen Stellen ſumpfig; doch trifft man auch große Strecken fruchtbares Land, und in der Umgegend von Belfaſt gewaͤhren die netten, weißen Haͤuſer der Hand⸗ werker einen heiteren Anblick. Die Beſitzungen ſind meiſtens groß, die Farms aber, in den gebirgigen Diſtricten ausgenommen, nur klein. Der Ackerbau iſt dem in Down aͤhnlich. Beſſere Werkzeuge und Verfahrungsarten ſind vielfach eingefuͤhrt worden, und wuͤrden weit groͤßere Fortſchritte gemacht haben, wenn das Land nicht ſo ſehr ver— theilt waͤre. Die Rindviehraſſe iſt ſchlecht, man ſucht ſie aber gegen— waͤrtig zu verbeſſern. In den Gebirgen werden viele Ziegen gehalten. Belfaſt ſelbſt und das Land der Umgegend bietet einen wohlthuenden von einem beſſeren Zuſtande zeigenden Anblick dar, und das Volk ſcheint heiterer und gluͤcklicher, als in irgend einem andern Theile Irlands. Dieſes hat man der Leinenmanufactur zugeſchrieben, aber wahrſcheinlich haben der Handel, von dem Belfaſt der Mittelpunct iſt, und die Einfuͤhrung der Cattunfabriken mehr dazu beigetragen. Die durchſchnittliche Landrente betraͤgt 16 Schilling vom Acker. Kohlen werden zwar gefunden, aber von ſo ſchlechter Beſchaffenheit, daß man nach Belfaſt engliſche einfuͤhrNt. An der Nordkuͤſte von Antrim iſt die praͤchtige Anhaͤufung von Baſaltſaͤulen, die der Rieſendamm (Giant's Causeway) genannt wird. Die Hauptfluͤſſe ſind: Bann und Lagan. Die vorzuͤglichſten Staͤdte: Belfaſt 53287 E.; Lisburn 5218 E.; Carrickfergus 8706 E. Die Bervoͤlkerung der Grafſchaft belief ſich 1831 auf 316909 Seelen.
7) Londonderry, am atlantiſchen Meere gelegen, enthaͤlt 518270 Acker, von denen 136038 auf Gebirge und Suͤmpfe, und 9565 auf Waſſer kommen. Die Oberflaͤche iſt in vielen Theilen gebirgig, mit weiten und fruchtbaren Thaͤlern. Mit Ausnahme des der Kirche und Corporationen gehoͤrigen Landes, wurde das ganze Grundeigenthum dieſer Grafſchaft von Jacob IJ. an mehre zu dem Ende zuſammengetretener Londoner Geſellſchaften verliehen, die daſſelbe wieder bald auf beſtimmte, bald auf unbeſtimmte Zeit verpachtet ha— ben. Die durchſchnittliche Groͤße des Farms iſt 5 bis 20 Acker. Groͤßere bis 200 Acker hoͤchſtens ſind ſelten. Wo die Pachtcontracte fuͤr immer oder doch fuͤr lange Zeit abgeſchloſſen, ſind die einzelnen Guͤter ſehr zerſplittert, die Kinder nehmen naͤmlich eine Theilung des Farms des Vaters vor, ſo daß ein Gut von 40 Ackern noch 2 oder 3 Generationen in Flecken von 4 bis 5 Acker zerſtuͤckelt iſt. Es gibt ganze Diſtricte, wo das Land in lauter Stuͤcke von 6 bis 7 Acker zertheilt iſt, und ein Farm fuͤr groß gilt, wenn er 12 bis 14 Acker haͤlt. Seit wenigen Jahren haben die Eigner einiger Beſitzungen den verderblichen Einfluß dieſes Syſtems gefuͤhlt, und ſich, wo es nur anging, bemuͤht, der ferneren Zerſtuͤckelung vorzubeugen und mehre kleine Pachtſtellen in eine groͤßere zuſammen zu ziehen. Ihre Bemuͤhungen ſind jedoch bisher noch nicht hinreichend geweſen, die
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