Teil eines Werkes 
2,2 (1840) Darstellung der Landwirthschaft Grossbritanniens in ihrem gegenwaertigen Zustande. 2,2
Entstehung
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Anhang. 697

hoͤchſte Gebirg Irlands, liegt hier; und lerhebt ſich zwiſchen 2000 und 3000 Fuß uͤber die Meeresflaͤche. Die Gegend um den See von Killarney iſt oft beſchrieben, wird haͤufig beſucht und mit Recht bewundert. Die Kuͤſte von Kerry iſt von der See tief eingeſchnitten, und nicht nur das weſtlichſte Land Irlands, ſondern auch Europas. Das Klima iſt ungewoͤhnlich mild aber auch beſonders feucht. Der Boden enthaͤlt in den Niederungen viel Kalk, und iſt zum großen Theil uͤberaus fruchtbar. Das Beſitzthum beſteht in großen Guͤtern, von denen einige fuͤr immer, ſehr viele an Mehre gemeinſchaftlich verpachtet ſind. Der Ackerbau iſt erbaͤrmlich. In den Gebirgsgegen⸗ den wird die Kultur faſt gaͤnzlich mit dem Loy oder Spaten verrichtet und als Arthur Young durch Irland reiſte, fand er hier in mehrern Kirchſpielen keinen einzigen Pflug. In den Gebirgen werden große Heerden Ziegen gehalten, die fuͤr das arme Volk von unendlichen Nutzen ſind. Es gibt ſehr betraͤchtliche Weide⸗ und Molkereiwirth⸗ ſchaften und die einheimiſche Raſſe des iriſchen Rindviehs mit mittel⸗ großen Hoͤrnern ſoll nur noch in Kerry in ihrer vollen Reinheit und Vollkommenheit gefunden werden. Die hieſigen Kuͤhe ſind wirklich Kuͤhe fuͤr arme Leute; ſie leben uͤberall, ſind hart, geben fuͤr ihre Groͤße viele und gute Milch, und laſſen ſich leicht maͤſten. Nur Weide⸗- und Molkereifarms haben eine bedeutende Groͤße, das Pflugland aber jiſt in ſehr kleine Theile zerſplittert. Die Inhaber derſelben entbehren zum groͤßten Theile des Kapitales und faſt jeder Annehmlichkeit des Lebens ganz. Kartoffeln ſind beinahe das einzige Product, das ſie fuͤr ſich behalten, alles andere verſchlingt die Bezah⸗ lung der Rente. Dieſer traurige Zuſtand findet ſich aber leider nicht blos in Kerry, ſondern dehnt ſich faſt uͤber die ganze Inſel aus; doch iſt die Noth haͤufiger und groͤßer in den ſuͤdlichen und weſtlichen Ge⸗ genden, als in den anderen. Es wuͤrde jedoch ungerecht ſein, wollte man nicht erwaͤhnen, daß neuerer Zeit weſentliche Verbeſſerungen in dieſer Grafſchaft ſtattgefunden haben, deren guter Erfolg zu der Hoff⸗ nung auf fernere berechtigt. Seegras liefert eine unerſchoͤpfliche Quelle des werthvollſten Duͤngers, der gehoͤrig angewendet den groͤßten Vor⸗ theil bringen wuͤrde. Die Ausfuhr von Weizen und andern Koͤrner⸗ fruͤchten von Tralee aus iſt im Wachsthum begriffen, und mehr noch die von Butter. Die durchſchnittliche Landrente betraͤgt 6 Schilling 1 Pence. Manufacturen gibt es kaum und die mineraliſchen Reich⸗ thuͤmer der Grafſchaft ſind noch nicht erforſcht worden. Die Haupt fluͤſſe ſind: Feale, Lane, Roughan und Mang. Die vorzuͤglichſten Staͤdte: Tralee 9568 E.; Killarney 7910 E.; Dingle 4327 E. Die Bevoͤlkerung der Geafſchaft belief ſich 1831 auf 263126 Seelen.

3) Limerick, eine Binnengrafſchaft, enthaͤlt 674783 Acker, von denen 91981 unkultivirte Suͤmpfe und Gebirge ſind. Die aͤußer⸗ ſten ſuͤdlichen, weſtlichen und nordoͤſtlichen Theile ausgenommen, iſt die Oberflaͤche im Ganzen flach, und der Boden meiſtentheils von