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Das Edelschaf in allen seinen Beziehungen : als Schlußstein dessen, was der Verfasser bereits über veredelte Schafzucht geschrieben / von J. G. Elsner
Entstehung
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was vor ſeiner Einfuͤhrung nicht der Fall war, und wo man das gemeine Schaf denn auch auf vielen Oertlichkeiten gar nicht fortbrachte, ſich auch gar nicht die Muͤhe gab, die Hinderniſſe, die ſeiner Aufzucht und Erhaltung im Wege waren, zu be⸗ ſeitigen. Und zu dieſen Oertlichkeiten gehoͤrt auch vorzugsweiſe eine ſolche, wie die eben gedachte. Denn ein naßkalter Boden bringt nicht allein meiſten⸗ theils Kraͤuter und Graͤſer hervor, die dem Schafe uͤberhaupt nicht zutraͤglich ſind, ſondern es finden ſich auf ihm auch gewoͤhnlich ſolche, die geradezu ſeinen Tod befoͤrdern. Durch tiefe und ſorgſame Cultur, Entwaͤſſerung, Duͤngung u. ſ. w. wird dem abgeholfen, und indem ſolches geſchieht, wird der Boden uͤberhaupt ſo verbeſſert, daß er zum Frucht⸗ bau ſo geſchickt wird, wie er es ſonſt nie war. Durch die wiederkehrende Schafduͤngung vermehrt ſich dieſes Geſchicktwerden, und es wirkt ſonach auch hier die vermehrte Schafhaltung auf die vermehrte Gewinnung vonGetreide. Ehemals, wo die Schaͤfe⸗ rei noch wenig eintrug, d. h. vor der Einfuͤhrung des Edelſchafs, gab man ſich gar nicht erſt die Muͤhe, auf ſolchen Localitaͤten Schafe aufzuſtellen, weil man aus Erfahrung wußte, daß ſie ſich dort nicht hielten, und weil man nicht glaubte, daß ſich dem abhelfen ließe, alſo auch gar nicht erſt Verſuche dazu machte. Wenn man nun, wie dieß der Fall war, ſtatt der Schafe auf ſolchen Localitaͤten Kuͤhe hielt, ſo hatte man durch dieſe mittelbar

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