Druckschrift 
Das Edelschaf in allen seinen Beziehungen : als Schlußstein dessen, was der Verfasser bereits über veredelte Schafzucht geschrieben / von J. G. Elsner
Entstehung
Einzelbild herunterladen

206

bisher beſtimmten Flaͤchen etwelche zum Futterbau zu nehmen, ſondern daß man mit denen, die zeither als Brache und alſo faſt nngenutzt gelegen hatten, vdllig ausreichte. Darin liegt nun die gruͤndlichſte Widerlegung aller der Halbwiſſer und klugen Leute, die in ihrem beſchraͤnkten Geſichtskreiſe ſich Urtheile und Ausſpruͤche erlauben, welche durch die Wirklich⸗ keit und die Erfahrung ſo oft Luͤgen geſtraft werden.

Was ich hier geſagt und bewieſen habe, das iſt eigentlich nur auf Laͤndereien anzuwenden, die als wirkliche und normale getreiderzeugende zu be⸗ trachten ſind. Aber wir haben auch noch diejenigen zu betrachten, welche nur das dringende, aus der Volksvermehrung hervorgehende Beduͤrfniß unter den Pflug zu nehmen zwingt, und die nur dann lohnen, wenn die Fruchtpreiſe hoch ſtehen. Man ſetzt, nach gewiſſen Regeln, welche die Zeit und die Erfahrung gegeben haben, in dieſe Kategorie alle diejenigen Laͤndereien, welche bei einer gewoͤhnlichen Cultur durchſchnittlich nicht mehr als die dreifache Ausſaat wieder bringen. Deren aber gibt es, beſonders im nordoͤſtlichen Theile von Deutſchland, eine Menge, und gerade auf ſie hat das Edelſchaf die wohlthaͤtig ſten Einwirkungen gezeigt. Fuͤrs erſte gewaͤhren ſie ihm eine ſehr geſunde Weide, und ſeine Ernaͤhrung im Winter iſt durch die Kartoffeln moͤglich geworden; fuͤrs zweite ſetzt der Ertrag, den das Edelſchaf ge⸗ waͤhrt, ſeine Eigenthuͤmer in Stand, Manches zur Verbeſſerung ihrer Laͤndereien zu thun, wozu ihnen