Teil eines Werkes 
[Hauptband] (1819)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Vv

dem Herrn Profeſſor Geier zu Würzburg, in dem Programm zu ſeiner Wintervorleſung über Theorie und Praxis der Staats- und'Finanz- wiſſenſchaft, ermüthigen mich zur öffentlichen Mit« theilung des nachſtehenden Aufſaßes, der, ſchon längſt'entworfen, immer zurüfgelegt wurde, aus Ueberzeugung, daß alles Neue der Art ſelten beachtet, noch ſeltener geprüft, ſehr oft aber be- poktelt wird,

Zwei Schweſtern, die Mode und die G e- wohnheit beherrſchen die meiſten Menſchen auf eine wunderſame Weiſe. Die Erſtis will nichts Altes und die: Zweite nichts Neues dulden, Bei nußkloſen Dingen ſiegt die Erſte und man gehorcht der Mode, wenn ſie auch das unbe- quemſte und ſchädlichſte vorſchreibt, Bei nükli- <en Dingen hingegen trägt meiſt die Gewohnheit den Sieg. davon, weil man das Gewohnte lieber thut, und weil bei dem Ungewohnten der Erfolg aus Mangel an Fertigkeit im Anfang allezeit ſchlechter iſt. Dazu geſellt ſich noch bei den mei- ſten Menſchen die Eitelkeit, daß ſie 1.ngern ein- räumen, ein Anderer habe in ihrem Fache etwas beſſeres entdeft, als ſie bisher in Ausübung ge- bracht,