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Botanisch-oekonomische Abhandlung von der Gerste / von Erik Viborg
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472 60 Daß sie wegen der dünnen Schale des Kornes nicht so gut zum Malz taugt als die gemeine. Dies aber ist nur eine Folge unrichtiger Behandlung, eben wie beym Himmelkorn. a Die sechszeilige Gerste, wird vornemlich auf den Färöen und an einzelnen

Orten in Norwegen gebaut. Nach der Erfahrung aber, die man von dieser Kornart hat, kann man nicht bestimmt angeben, wie sie eigentlich gebaut werde, oder dar⸗ aus auf ihre vorzügliche Güte schließen, denn wegen der Bearbeitung des Bodens auf den Färöen?) und des dortigen Klimas, ist der Landbau daselbst gar verschieden von dem, was er bey uns in Dänemark und in dem südlichen Norwegen ist. Dort sätt man die sechszeilige Gerste, Anfangs Mai und auf den südlichen Inseln mitten im April, obschon ste ihrer Natur nach Wintersaat ist, und bey uns nicht zukommen kann, wenn sie nicht im Herbst gesäet wird. Die Färöer säen sie außerordentlich dicht, weil sie dort selten zu dem rechten Grad der Reife kömmt, und also viele tau be Körner enthält, die nicht aufgehn. Da wo die sechszeilige Gerste hingegen Win⸗ tersaat ist, wird sie weitschichtiger als andre Gerste gesäet, theils weil die meisten Körner aufgehn, theils auch, weil jedes aufgehende Korn viel Seitenschößlinge treibt. Auf den Färöen giebt die sechszeilige Gerste in fruchtbaren Jahren das rate Korn, man weiß aber auch Jahre, wo sie nur das 41e Korn gebracht. Man glaubt dort, diese Gerstenart habe kein so volles Korn als die zweyzeilige, giebt ihr aber doch den Vorzug, da sie nicht so viel von der Witterung leidet. Da wo man sonst die sechszeilige Gerste gebauet, hat man gefunden: 1) Daß sie trocknes Land erfordere, welches vor kurzem gedünget und wohl

bearbeitet worden. 8 2) Daß sie um Bartholomäi, oder spätestens 14 Tage vor Michaelis, und

wenn das Saatkorn gut ist, nicht zu dicht gefäet werden muß. 6 bis 7

Scheffel hält man für hinreichend auf eine Tonne Landes. 3) Sie reift etwas nach Johannis, und trägt bey weitem mehrfältig, als die

gemeine Gerste, dient aber nicht so gut als andre Gerste zum Bierbrauen und

zur Grütze.

50) Das Land wird auf den färdischen Inseln nicht gepflügt, sondern mit dem Grabscheit bearbei⸗

tet auf eine Weise, die eine Art von Rislen ist. Man sehe davon: Beskrivelse om Agerdyrknin⸗

gen og Kornarlingen over Farserne(Beschreib. des Acker- und Kornbaues auf den färöischen In⸗ seln) Kopenhagen 1763 von dem Landrichter Debes. Lundts Forsog tit en Beskrivelse over FarCerne(Versuch einer Beschreib. der färoischen Juseln) Kopenh. 1800. in 8. S. 301.