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Botanisch-oekonomische Abhandlung von der Gerste / von Erik Viborg
Entstehung
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Im Herzogthum Schleswig hat der verstorbne Probst Lüders vor etwa 30 Jahren diese Kornart auszubreiten gesucht, sie hat aber da eben das Schicksal wie in Dänemark gehabt. In England, Deutschland und Schweden findet man sie auch nur selten. In Frankreich hingegen ist sie gemeiner; auch zeigt ihr englischer Name, daß sie von Frankreich aus dahin gekommen ist. 8 8

C. Wintergerste, ist im Aeußerlichen nicht merklich von der gemeinen Ger⸗ ste verschieden. Das einzige, worin man sie besonders unterschieden findet, ist, daß der Halm immer dünner und kürzer,

die Blätter nicht so lang und nicht so breit sind, und

die Blütenhülsen eine dünnere Schale um das Korn dieser, als der gemeinen Gerste bilden. s 5

Wie unbeträchtlich dieser Unterschied auch scheint, so ist er doch sehr wichtig in der Landwirthschaft; denn die Wintergerste giebt dadurch ein schwereres Korn, und besseres Stroh zur Fütteruug, als die gemeine Gerste. i

Diese Abart ist aus der gemeinen Gerste dadurch entstanden, daß man diese im Herbste gesäet hat. Sie wird vornemlich in den Marschländern gezogen, wo die Einwohner, wenn sie nicht genug davon zur Aussaat haben, sich diese Kornart auf folgende Weise erzielen: ö N a

Sie nehmen gemeine Sommergerste und säen sie das erste Jahr, sobald nur der Frost aus der Erde ist, welches gemeiniglich im März statt findet, daher sie auch Märzgerste genannt wird. Diese Märzgerste wird daselbst auch mancher Orten ge bauet, wenn die Wintergerste wegen einfallender nasser Witterung nicht im Herbste gesäet werden kann. Die Märzgerste, mehrere Jahre auf dieselbe Weise gebauet, ist nun schon an die Kälte gewohnt, worauf man ste im Herbste säet, und sodann Win⸗ tergerste hat. Auf die nämliche Art kann man auch Wintergerste zu Sommergerste machen, und dieß beweist gerade die Wahrheit des obigen Linnéischen Satzes: daß der Anbau, der Vater so vieler Abarten, gerade der ist, durch den man sich über zeugen kann, ob sie stetig seyen oder nicht.

D. Die dritte Abart, die in Hollstein Büschelgerste heißt, ist gleichfalls sehr wandelbar, und scheint aus der gemeinen Gerste dadurch entstanden zu seyn, daß man sie eine Zeitlang in feuchtem und fettem Erdreich gezogen. ö

Die Halme sind dicker, höher und mehr an der Zahl,

die Blätter breiter und länger, und

die Aehre schmäler, aber dabey länger als bey jener. Sie verliert bisweilen den Bart gegen die Zeit der Reife, hängt sehr herab,(mutat) ist sechszeilig, und ent⸗ hält 60 bis 90 Körner. 8 8