8 A 1 ba des Landes Dithmarſchen. 461 aberde Fene vornehmſten Bedienten Gnade und Gewogenheit mit liſtigen Practiquen ſich a R ſolchergeſtalt zu inſinuiren gewuſt, daß ihm alle des gantzen Landes Angelegen⸗ tait heiten aufgetragen,inſonderheit aber hat er die Rechnungen derer Kirchſpiele und Wnun Dorffſchafften wegen der Kayſerl. Einquartirung und Contributionen an ſich Lin nehe gezogen, und ſolche derogeſtalt liquidiret, daß die mehreſten Gelder, ſo ſich auf p lela dd etliche 1000 Rthlr. angelauffen, ſeinem Beutel heimgefallen auch die Aemter im rin aſta Lande ſeines Gefallens geaͤndert, und dermaſſen in Anſehen geſtiegen, daß nie⸗ archabita mand ohne ſeinen Wilen etwas tentiren duͤrffen, noch zu Hofe gegen ihn etwas erhalten moͤgen. Wie er nun in wenig Jahren zu ſolchem groſſen Reichthum, dacredertale Ehre und Gewalt gediehen, als nie keiner weder vor ihm,noch nach ihm in beyden Mandaufenr Dithmarſchen ſeyn wird, jedermann aber im Lande wegen der vielen Bedraͤng⸗ dab wche niſſen um Rache zu GOtt geſchryen; hat die Fortuna, welche er kurtz vorher tindenlerr auf ſein Luſt⸗Haus ſetzen laſſen, ploͤtzich ſich gewendet, und zwar iſt er deßwe⸗ Drcul baühe. gen ſo hoch erhaben worden, damit er deſto ſchwerer fallen koͤnte. Denn wie de Qmeli. er auch die Kirchen⸗Guter ohne eintzigen Prætext an ſich ziehen wollen, hat ſich mcklen tunde der paſtor zu Lunden, Iohannes Wendeler, ſolchem Vornehmen kraͤfftigſt wi⸗ rüͤhrete, din derſetzet, die Sache durch ein ſonderbar eingerichtetes Kirchen⸗Gebet GOtt rder Mwndu vorgetragen, und endlich den gantzen Streit zu Ihro Hochfuͤrſtl. Durchl. ſelbſt dchwiedeea eigener hohen Deciſion nach Gottorp gezogen. Hie hat nun Johann Fehring ah deCicu ſogleich bey ſeiner Ankunfft gemercket, daß GOttes Hand im Spiel, Hochfuͤrſtl. grſch aome Durchl. und derer Miniſter Augen und Hertzen erofnet, und daß ſeine bractiquen ſnen num nicht mehr, wie vorhin gelten wuͤrden, geſehen; daher iſt er ploͤtzlich mit ſo groſſer Faten wſt Furcht und Schrecken uͤberfallen, daß er in groſſer Eyl, ehe noch die Sache zum rehter dir Verhoͤr gekommen, zuruͤck gereiſet, hat, ſo bald er nach Hauſe gekommen, alle ich abſe ſeine geheime Sachen und Brefe, auch was ihm ſonſten am liebſten geweſen, zu⸗ ſammen gerafft, und mit ſeinem Diener davon und nach Brunsbuͤttel gefahren, annen oic und daſelbſt uͤber die Elbe ſein Aſylum und KRefugium nehmen wollen, wiewohl Inel: att er von niemanden verfolget oder nachgeſetzet worden. Wie nun das Schiff dſ iu vom Lande, hat er(der allgemeinen Rede nach) ſeine geſamte Briefſchafften bl vnemn und Pretiola ins Waſſer geworffen, und ſich ſelbſt darauf in die Elbe geſtuͤrtzet, den gwnn nd iſt aber von den Schiffern wieder heraus gezogen worden. Von ſeinem Tode Kfäne ind unterſchiedene Reden gegangen, einige wollen, daß nachdem die Schiffer, „giug m wie geſagt, ihn aus dem Waſſer gezogen, ſey er mit ungemeiner Furcht und 199 Schrecken befallen, ſo gar, daß er auch alle Menſchen vor ſeine Feinde und Spio⸗ enGin 1 nen angeſchen, und wie das Schiff dem Suͤder Lande genaͤhert/ habe er mit ei⸗ ſetsne nem Meſſer ſich die Kehle ausgeriſſen und ſey am Strande begraben. Andere ſſer dne berichten, er ſey todt nach Bremen gebracht und da beerdiget worden, welches lube aher wohl ichtſeyn kan/ denn man ihn ſonſien keines chrichen Begraͤbmiſes
Druckschrift
Anton Viethens, Hochfürstl. Schleßwig-Holsteinischen Cammer-Assessoris, Beschreibung und Geschichte des Landes Dithmarschen, oder Geographische, Politische und Historische Nachricht vom bemeldten Lande. : Aus bewehrten gedruckten und ungedruckten Urkunden verfasset, ; nebst einer Special-Carte, unterschiedlichen Kupferstichen und einer Vorrede Hn. Jo. Alberti Fabricii, D. und Prof. Publ. in Hamburg
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