4³34 Geſchichte VI. Theil.
den, daß dieſer Wolderus des Bezæ translation mit denen erroribus Calvini in Novo Teſtamento beygefuͤget, ohne die Urſache, warum es geſchehen, zu melden, haben Sie in einem Synodo die gefaͤhrliche Forgerung vorgeſtellet, und vermeinet, man muͤſſe dem Auctori das Opus wieder zuruͤck ſenden, wenigſtens dem damaligen Superintendenten M. Jacobo Fabricio davon referiren. Es ſind aber die Prediger von dem Præpoſito M. Marco Wrangio wegen ihrer gar zu groſſen Fuͤrſichtigkeit verlachet worden. Und da die Prediger aus dem Suͤ⸗ der⸗Theil ſolcherwegen den Auctorem zu Rede geſtellet, hat er im Julio Anno 1597 durch eine gedruckte Apologie ſich entſchuldiget, und die Schuld einem Franckfurtiſchen Exemplar(ſo Ao. 1591 unter dem Titul des Sancti Pagnini heraus gekommen) beygeleget, und ſich beruffen, er haͤtte ſanam opinionem in margine beygeſetzt. Wie wol dieſer Vorwand bey vielen Verſtaͤndigen nicht hat angenommen werden wollen.
Auch iſt in dieſem und beyden folgenden Jahren hie und durch gantz Teutſch⸗ bes eine ſehr theure Zeit geweſen, wodurch das Land in groſſen Bedruck ge⸗
ommen.
Man hat auch im Junio vor der Sonnen Untergang viele Regenbogen am Himmel geſehen, die ſehr hell und ſchoͤn, auch wunderlich durch einander ge⸗ wickelt geweſen.
In dieſem Jahre hat der beruͤhmte Koͤnigl. Stadthalter, Hinrich Ran⸗ sau, einen Land⸗Tag zu Meldorff gehalten, wodurch dem Lande viele Koſten erſpahret worden.
Den 28 Sept. iſt ein groſſer Wind, ſo 3 Tage gewehet, entſtanden, da⸗ durch das Waſſer in vielen Provintzien uͤber die hoͤchſten Teiche und Daͤmme gegangen, und groſſen Schaden verurſachet, auch hat es im Kirchſpiel Delve ein groß Stuͤck Teichs weg und eine tiefe Wehle eingeriſſen. Hie muß ich einen beſondern von dem ſeel. Adolff eingefuͤhrten Umſtand nicht unberuͤhrt laſſen: nemlich es hatte ein junger Menſch/ Claus Witten Peteri, n Delve ſich kurtz vor⸗ her zu nahe ins Geblüt/mit Hochfuͤrſtl. Diſpenſation verheyrathet, aber in einer unvergnuͤgten Ehe und beſtaͤndigem Streit gelebet, ſo gar, daß er auf einen Mor⸗ gen aus Ungedult mit den Worten: GOtt geve/ dat ick nich wedder kame/ aus dem Hauſe gegangen, welches denn auch geſchehen, indem er in gedachte Wehle gefallen und ertruncken. Es hatten die Delver mit groſſen Koſten an Holtz und andern Materialien ſich bemuͤhet den Einbruch zu fuͤllen, aber verge⸗ bens, welches einige Alten auf die aberglaͤubiſche Meinung gebracht, man ſolte einen Hund oder Katze hinein werffen, wie aber dieſer junge Menſch in ſolchen
Einbruch geblieben, iſt es mit weniger Muͤhe und Koſten in einer ſehr kurtzen Zeit
gefuͤllet und uͤberſchlagen worden.
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