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Anton Viethens, Hochfürstl. Schleßwig-Holsteinischen Cammer-Assessoris, Beschreibung und Geschichte des Landes Dithmarschen, oder Geographische, Politische und Historische Nachricht vom bemeldten Lande. : Aus bewehrten gedruckten und ungedruckten Urkunden verfasset, ; nebst einer Special-Carte, unterschiedlichen Kupferstichen und einer Vorrede Hn. Jo. Alberti Fabricii, D. und Prof. Publ. in Hamburg
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des Landes Dithmarſchen. 43¹1

groſſe Armuth wegen ſeines abgemergelten Leibes gerathen, und 1598 in groſ⸗ ſem Elend geſtorben.

Wie den 26 Januarü dieſes Jahres ein Dieb aus dem Kirchſpiel Mel⸗ dorff vor Lunden enthauptet worden, iſt Peter Duncker, da das Haupt vor ihm niedergefallen, erſchrocken und auf der Stelle todt geblieben. So ſchleunig iſt auch geſtorben Dircks Peter zu Wellinghuſen, denn wie dieſem als Vormuͤn⸗ dern Peter Niemands Kinder von Hertzog Adolffen eine ſchwere Geld⸗Buſſe auferleget worden, und er ſolches Geld beyſammen auf den Tiſch liegend geſehen, iſt er von unmaͤßiger Traurigkeit ſo gleich geſtorben.

Anno 1590 den 23 Febr. war ein Comet recht ins Weſten zu ſehen 4 Tage lang, welcher wie eine gerad aufgehende Spitze anzuſehen war. Sonſt iſt der Winter dieſes Jahres von ſtarcken Froſt/ doch ohne Schnee geweſen, alſo daß die Baͤume im May erſt angefangen zugruͤnen, darauf ein ſo truckener Sommer erfolget, als kein Menſch dencken mag/ indem es von Anfang des Junĩi bis zum 2 Sonntag des Advents faſt ohne einigen Regen geweſen, dadurch das Graß und die Feld⸗Fruͤchte verdorret, vieles Vieh aus Mangel des Graſes geſtorben, und viele Menſchen auf dem Felde vor Hitze erſticket, alle Teiche und Graben ausgetrucknet, und ſollen in Ober⸗Teutſchland viel Waͤlder von der Hitze angezundet ſeyn; Selbſten der Rhein/ die Elbe, und andere Schiffrei⸗ che Fluͤſſe ſind an einigen Orten ſo klein geworden, daß man dadurch waten köͤn⸗ nen. In dieſen Laͤndern iſt die Winter⸗Saat in der Marſch und die Maſtung ſehr wohl gerathen, wiewohl die Maͤuſe dem Korn groſſen Schaden zugefuͤget.

In dieſem Jahre haben etliche Freybeuter, Claus Oberlander einem rei⸗ chen Kaufmann in Amſterdam wohnhafft, aber aus Lunden in Dithmarſchen, da er ſich der Zeiten aufgehalten, buͤrtig, in der Nacht vom Bette geholet, zu Wol⸗ derſen auf ein Schiff geſetzet/ und damit in die See gefahren. Er hat zu ſeiner Rantzion 10000 Marck geben muͤſſen, ſo zur Schar auf einem Brete bezah⸗ let worden. Es hat aber der Raͤuber Johann Frantzen ſeinen gebuͤhrlichen Lohn in Toͤnningen nachhero empfangen.

Auf Bartholomei in der Nacht iſt ein erſchreckliches Donner⸗Wetter ge⸗ weſen, und eines vornehmen Mannes Stall in Lunden angezuͤndet, und dieweil der Wind ſich ſo wunderlich gedrehet, iſt das Feuer uͤber gantz Lunden geflo⸗ gen, aber von GOtt durch einen Platz⸗Regen geloͤſchet, ohne ferner Schaden zu thun. Nan hat es damahlen als ein Goͤttlich gerechtes Gerichte anſehen wol⸗ len, weil in dem Stalle ein Wagen geſtanden, mit welchem man den gantzen Sonntag uͤber Korn eingefahren, und der Sabbath entheiliget worden

In dieſem Jahr den 18 Octobr. iſt Hertzog Philip im a1 Jahre ſeines Al⸗ ters ſeelig in den HErrn entſchlaffen, dem in der Regierung gefolget ſein Bruder

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