430 Geſchichte VI. Theil.
nem dritten Bruder verrathen 1 und Ao. 1788 vor der Heyde wieder enthauptet
worden.
Anno 1587 den 15 Junii Vormittags zwiſchen 10 und 11 Uhr iſt Her⸗ tzog Friederich im zoſten Jahre ſeines Alters zum groͤſten Leydweſen aller Treu⸗geſinneten entſchlaffen, nachdem er vorigen Jahres nach Abſterben ſeines hochſeel. Hrn. Vaters die Regierung angetreten.
Anno 1588 den 11 Marti iſt am hellen Mittage ein Bogen hoch in der Lufft rund um die Sonne gleich hoch zu ſehen geweſen, woran 4 etliche vollen ⸗ Sonnen, als Suͤd⸗Oſt, Suͤd⸗Weſt, Nord⸗Weſt, die rechte Sonne an ihren gebuͤhrenden Ort, aber auch in dem Bogen geſtanden, es iſt auch ein Regenbo⸗ gen, recht ins Suͤden, durch den andern Bogen, Circul⸗rund uüber die Erde geſe⸗ hen worden. Die folgende Tage, bis den 16ten Martii wurden allemahl zwey Sonnen mit ihren Circuln geſehen. Den 17ten waren abermahlen 4 Son⸗ nen mit ihren Bogen zu ſehen.*
Anno 1588 den 2 May hat das Norder⸗Theil Dithmarſchen nach Ab⸗ ſterben Hertzog Priederichs ſeinem Bruder Hertzog Philipp zu Lunden auf dem Marckte gehuldiget, und ihm einen koſtbahren guldenen Becher verehrt, von welchen die Beſtaͤtigung der alten privilegien mit groſſem Koſten/ durch die Ge⸗ vollmaͤchtigte des Landes, Vos Gude Starcke, Johann Ties, Carſten Junge, und Boſje Nanne erhalten worden.
In dem Kirchſpiel Weßlingbuhren zu Jarrenwiſch iſt ein Tagloͤhner ge⸗ weſen, Nahmens Sylveſter Claus, welcher bey einer gefaͤhrlichen Kranckheit ſtarck geblutet. Dieſer Blutſtuͤrtzung hat ſich ſeine Frau bedienet, und gerathen, daß er mit ſpitzigen Pfriemen das Blut ferner locken ſolte, und wie er gemercket,
daß, wenn er ſich alſo gerieben, das Blut haͤuffig von ihm gefloſſen, da hat er das zulauffende Volck zur Buſſe vermahnet, und geprediget, iſt auch ſo kuͤhn wor⸗ den, daß er bey ſolchem Bluten mitten unter der Predigt geruffen: Bekehret euch, auch die gewiſſe Zeit ſeines Blutens angegeben, dadurch er nicht allein viel Geld zu ſeinem Unterhalt geſammlet, ſondern auch der altor zu Weßlingbuhren, Hr. Jacobus Urſinus, bewogen worden, ihn dem Volck von der Cantzel zu befeh⸗ len, und ihn den andern Jeſum Anani zu nennen, auch wie er ſich anderwaͤrtig wegbegeben wollen, mit einem ehrlichen Atteft zu verſehen. Wie er aber 1793 nach Meldorff gekommen, und daſelbſt auch geblutet und geprediget, hat der da⸗ ſige Superintendens, Hr. Petrus Boje, die Betriegerey bald gemercket, ihn ge⸗ faͤnglich einziehen und nach der Heyde bringen laſſen, allwo er eine Zeitlang zur Straffe im Gefangniſſe ſeine Thorheit buͤſſen muͤſſen: und da er wieder auf freyen Fuß geſtellet, iſt er in groſſer Verachtung wegen ſeines Betrugs und 1 groſſe
gen,a thun. len,w Sonn Q
3 fas ſe


