6 Von dem Uhrsprung und
Und so wir wegen Gelegenheit des Landes solchen Nahmen hätten, so müsten auch alle Flandri, Scelandi, Hollandi, Frisii und die, so bey Süden der Elbe wohnen, Marsi genennet werden, und also ihre Nachkommen von Marlo dem ten Teutschen König A. M. 3370 den Nahmen führen.
So ungleicher Meinung nun die Scribenten gewesen sind, um den Uhr⸗ sprung derer Dithmarscher genau zu untersuchen, so streitig sind sie auch wenn sie ausfündig machen wollen, woher doch der Nahme Dithmarschen her zu lei⸗ ten. Denn bald wollen sie es Dit Marien Land nennen wegen der Einwoh⸗ ner sonderbahren Gottesfurcht oder Aberglauben. Andere stehen in den Ge⸗ dancken, weil G Ott sie so lange in ihrer Freyheit beschüͤtzet, so müsse es Leomar⸗ tia oder Heomartia heissen. Wieder andere nennen es Ditmarken, weil es die Gräntze des H. Röm. Reichs gegen Dännemarck an der Eyder gewesen. Der sehl. Cramer m) will den Nahmen per Prolepsin vom Graf Ditmar, dem Sohn Bennonis und Enckel des Kermanni Bilingii, deriviren. Die sicher⸗ ste und gründlichste Meinung ist wohl, wenn man mit Crantzio den Nahmen von der Gegend ihrer Wohnung herleitet. Denn gleich wie diejenige, so in de⸗ nen Höltzungen sich zu wohnen begeben, Soltzsaten sind genennet worden, so sind hingegen die so an den Seen, Flüssen und sümpfigten Oertern sich niederge⸗ lassen, von denen Sachsen Meeres Leute oder Marßleute genennet worden. Peterssen schreibet, daß die Marsi von ihrem fetten schwartzen Marschboden und die Holsati von ihrer sandigten Gegend und Höltzungen bezeichnet worden. Peucerus spricht: n) Marsi heisset noch diesen Tag Epirus, das ist ein Land so löngst dem Meer lieget oder ein niedrig sümpftig Land, daher die Einwohner als die Dithmarscher, Wilstermarscher ꝛc. Epirotæ oder Maris Accolæ genennet worden. Diesem trit Cilicius o) bey, wenn er schreibet: Ju depressa ideoquẽ
palustria Quliginosa tenent loca: hi ab incolis Maꝛsi vocantur, quasi inter paludes li. no sasque voragines demerst habitanten. Diese Muthmassung lassen sich nicht we⸗ nige gefallen, davor haltend, daß Marsch ein zerbrochen Wort sey von Meerschite (denn Schit heisset weicher Dreck oder Schlick) oder Meerschäde, welches nem⸗ lich als Schlick oder Dreck das Meer ausschedet oder ausschläget, und sich rei⸗
nigen⸗
m) In dem bekehrten Dithmarschen in append. n) Carionis Chron: p. 609. o) Christianus Ciliaius in bello Ditmaxs.
— f———————
—
—
77
3———


