Nahmen derer Dithmarscher. 5
Damit ich aber nicht gar vor lingalair angesehen werde, will noch zum Be⸗ schluß die Meinung, was die Dithmarscher von ihrem ersten Uhrsprung geglau⸗ bet, anführen. Die Dithmarscher haben vor alters an der Süder See am be⸗ sten Orth Landes des Rheins gewohnt, bis sie von Druso, Kaysers Augusti Stief⸗Sohn, gedrungen, ihre väterliche Wohnungen zu verlassen oder auch der Römer Dienstbarkeit sich zu unterwerffen. Welcher Drulus darauf der Mar- sorum altväterlichen Sitz auf 10 Meilweges im Grunde verdorben, den herrlichen und weitberühmten Tempel der Göttin Tanphanæ J) geschleiffet und in die Soo Mann erschlagen; dadurch die Marsi genöͤhtiget mitten in Teutschland sich zu begeben und ein Theil im Münsterschen und Paterbornischen, und die übrigen in die Velau sich zu retiriren, welche Marsaci oder Marsatii von Plinio genandt werden; weil sie aber auch in Westphalen Germanicus, des Drusi Sohn, sehr starck verfolget, haben sie sich endlich herunter an die Elbe gezogen, ein Theil ins Land Keding, Hadeln, auch, wie einige wollen, in Worsten, theils auch an der Norder Seiten der Elbe, da wir noch durch Gottes Gnade wohnen; Und da wir zuvor Marsi geheissen, sind wir von unsern Nachbahren den Dänen Teutsche Marschen und vornemlich von denen beyden vermischten Völckern, Teutonibus& Marsis, in Latein Jeuthomarsi, hernach Dithmarsen verändert und genennet worden, von welcher Zeit her wir über die 1600 Jahr Dithmar⸗ scher geheissen und diesen Ort Landes bewohnet haben, und sind wir Dithmar⸗ scher denn ein alt teutsch Volck, deren Nahmen zu Zeiten des Ertz Vaters Jacobs bekandt gewesen, welchen sie bekommen nicht allererst von den Marsch⸗Ländern, wie Philippus Melanchton will; denn solcher gestalt alle Leute so Marsch⸗Län⸗ der besitzen, Marsi und nicht die Dithmarscher allein, also müsten genennet wer⸗ den. Zu geschweigen wir Dithmarscher auch ein gut Theil Geest⸗Land besitzen, ja unsere Vorfahren sich erst auf der Geest niedergelassen, hernach aber wie sie sich gemehret, allgemählich hinunter in die Marsch gezogen, hohe Wurden von Erde, damit sie vor dem täglichen Anlauff des Wassers versichert, aufgeworffen und Häuser darauf gebauet, und nachdem durch stetigen Anlauf des Wassers und die ankommende Fluth allemahl viel dünne Erde mitgebracht, wodurch die Marsch erhöhet und stets zugewachsen, so anfangs nur gar klein und niedrig ge⸗ wesen, sind sie allemahl weiter hinein gerücket, und haben wegen des fetten Bo⸗ dens ihre Wohnung darein aufgerichtet, demnach dieselbe als auch die Hade⸗ marscher, so doch lauter Geest-Land 3 8„mit keinem Fug also heissen 9 9
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1) Tacit. 1. Annal. 51. 2


