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Anton Viethens, Hochfürstl. Schleßwig-Holsteinischen Cammer-Assessoris, Beschreibung und Geschichte des Landes Dithmarschen, oder Geographische, Politische und Historische Nachricht vom bemeldten Lande. : Aus bewehrten gedruckten und ungedruckten Urkunden verfasset, ; nebst einer Special-Carte, unterschiedlichen Kupferstichen und einer Vorrede Hn. Jo. Alberti Fabricii, D. und Prof. Publ. in Hamburg
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Nahmen derer Dith marscher. 3

Nacken der Cimbrischen Halb⸗Insull setzet, e) und Venerabilis Beda schrei⸗ bet, daß A. C. 449. diese Länder 3 Völcker bewohnet, nemlich Sachsen, An⸗ geln und Jüten. Daß aber die Herkunfft derer Dithmarscher von denen Mar- lis und Cimbris von vielen hergenommen worden, ist ein allgemeiner Irrthum vieler Seribenten, welche diejenige Beynahmen vor Nomina Propria angesehen, mit welchen eine gantze Nation sich getheilet und benennet; denn so sind einige von der Gegend ihrer Wohnungen, von der Streitbahrkeit als die Cimbri von ihren Gebräuch⸗ und Sitten als die Sue i die Schwebende, Vandali Wande⸗ rer, Holsati Soltsassen benennet; ist also kein Wunder, daß unsere Einwohner von denen Marlis hergeführet werden, als welche in denen Morastigen Gegenden gewohnet, und daß man uns unter die Cimbern rechnet, f) ist wohl keine andere Uhrsache, als daß die alten Sachsen und Dänen unter den Nahmen der Cim- berer oder Kämpfer sich zuerst denen Römern bekandt gemacht haben, wie denn auch Georg. Fabricius g) die Sachsen ausdrücklich progeniem Cimbrorum nennet. Damit aber ein geneigter Leser auch die Meinungen einiger Gelehrten von dem Uhrsprung derer Dithmärscher sehen möge, will ich zu besserem Eclair⸗ cissement dieselbe in etwas berühren.

Nun haben zwar die Alten von dem Uhrsprung der Dithmarscher verschie⸗ dene mit ungewissen Gründen unterstützte Meinungen geheget, selbige aber der Länge nach weitlaufftig hie anzuführen, finde ich vor überflußig, zumahlen der de⸗ sicate Geschmack der heutigen gelehrten Welt schon längstens einen Eckel darob spühren lassen, als welche sich mit keinen leeren Schaalen überflüßiger und unge⸗ gründeter Gedancken abspeisen lässet. Den(1) die Dithmarscher als ein einhei⸗ misch Volck und die von keinem andern Ort weder zu Wasser noch zu Lande hie⸗ her gekommen, angeben wollen, ist sehr ungegründet, weil die Menschen ja nicht per generationem æquivocam oder aus denen in terra latentibus seminibus mediante calore Solis erzeuget werden, wie etwa die alten Egyptier bey dem Diodoro Siculo h) sich solches einbilden wollen; sondern wir wissen vielmehr aus Hl. Schrifft, daß Alia der einige 4 2 daraus alle Völcker und Nationen

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e) Danckvverth Holst: Chron: p. 27.

f) Crantz: l. I. c. 9.

g) In fragm: Epist: dedic: orig: Saz:

h) Matthæus Hale vom Ursprunge des Menschlichen Geschlechts p. 919. eg.